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Tana (April 03)
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Antananarivo, die Hauptstadt von Madagaskar
ist eine Stadt, die von Strassenleben und Strassenhandel fast
ueberquillt. Auf den Strassen draengeln sich Autos jeder Groesse,
Velos und Fussgaenger um jeden Centimeter freien Asphalt, auf
den Plaetzen und Trottoirs ist der Platz eben so knapp: Strassenstaende
so weit das Auge reicht, man kann einfach alles kaufen. Ebenso
interessant sind die Gemuese, Kleider, Eisenwaren, Fleisch und
„Hierkriegtmanallesmaerkte“. Wir verbringen Tage und
Stunden durch all die kleinen Gaesschen zu gehen und einfach nur
zu staunen und zu lachen, was und wie es hier nicht alles zu kaufen
gibt.
Ansonsten ist die Stadt nicht sehr spektakulaer, es gibt ausser
dem alten Palast, eine Ruine auf einem Huegel nicht viel zu sehen.
Darum lassen wir Tana nach ein paar Tage hinter uns und fahren
los.
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Tana bis Antsirabe
Wir entscheiden uns zu Beginn die beste Strasse
in Mada zu befahren, dass wir uns schoen gemuetlich ans Velo fahren
gewoehenen koennen: Die Strasse ist wirklich gut. Der Belag ist
„nigelnagel neu“. Wir fahren 70 km und mehr pro Tag.
Die Kinder am Strassenrand rufen uns „ Vaza, Vaza“ (=Fremder)
nach. Verkehr hat es nicht viel, doch die Autos und Lkws die uns
ueberholen qualmen und stinken so, dass es uns fast vom Sattel haut.
Die Strasse schlaengelt sich durch Reisfelder und entlang von Fluessen
durch huegeliges Gelaende. Die Reisfelder sind teilweise terassiert
wie in Asien. Die verschiedenen Felder verwandeln die Landschaft
in ein Fleckenmeer von Gruentoenen. Immer wieder kommen Strassenstaende
wo wir Gemuese und Fruechte kaufen. Wir fahren voll auf die Ananas
ab, sie sind sooooooo suesss und gut, dass wir fast nicht genug
davon kriegen. Die ersten Naechte verbringen wir in Hotels. Nach
drei Tagen kommen wir schon in Antsirabe an. |
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Antsirabe bis Belos sur Mer
Antsirabe ist ganz andres als Tana. Alles ist viel gemuehtlicher und
ruhiger. Vielleicht liegt das daran, dass auf den Strassen fast keine
Autos sondern nur Pousse Pousse (madagassisches Rischka) fahren. Eine
Frau spricht uns auf der Strasse an, es stellt sich heraus, dass sie
Koechin in einem Internat ist. Da Schulferien sind, hat es jede Menge
Platz fuer uns im Internat. Spaeter treffen wir Aendu, ein Berner, der
auch mit dem Velo unterwegs ist.
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Wir beschliessen zusammen eine gefuehrte Tour
mit Pirogen auf dem Tsiribina River zu machen. Charles, unser Guide,
laest mit sich verhandeln. Wir machen einen guten Preis ab, Aendu
zahlt mit seinem Zelt, da er kein Geld mehr hat.
Am naechsten Tag fahren wir mit einem Pw 240 km an den Tsiribina.
Dort uebernachten wir im Hotel. Dann verladen wir unser Gepaeck,
Velos und Proviant (inkl. lebende Huehner) fuer 3 Tage in die Pirogen
und los geht’s. Je zwei einheimische Pirogiés rudern,
wir sitzen einfach nur im Boot und lassen uns flussabwaerts fahren.
Der Tsiribina ist zum Teil sehr breit und reich verzweigt, mit Schilfinseln
und Sandbaenken. Abends rasten wir auf einer Sandbank, die Pirogiés
kochen wunderbar fuer uns.
An einem kleinen, klaren Fluss, der in den Tsiribina muendet folgen
wir zu Fuss bis zu einem riesigen Wasserfall. Wir baden ausgiebig
im Wasserfallpool und geniessen das natuerliche Sprudelbad. Die
letzte Strecke bis Belo fahren wir in einem Motorboot. Dichter Regenwald
saeumt das Ufer, wir sehen das erste Krokodil. |
Belo bis Morondava
Diese Gegend ist bekannt fuer riesigen Baobas. Es soll sogar eine richtige
Avenue des Baobabs geben. Dort wollen wir natuerlich unbedingt mit dem
Velo durchfahren. Da die Piste sehr sandig ist, fahren wir einen Teil
mit einem Jeep mit, dann verabschieden wir uns von Charles. Weiter geht’s
mit dem Velo auf der sandigen Piste.
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Die Baobabs sind wirklich eindrueklich: die Baeume
sind riesig, daneben erscheint ein Mensch wie eine Ameise. Dafuer
ist die Piste super anstrengend, wir sinken mit unsren vollbepackten
Velos im Sand ein. Immer wieder muessen wir schieben. Wir lassen
uns viel Zeit und machen Pause, wenn es nicht mehr weiter geht.
Am Pistenrand liegt alle 100 Meter eine Schlange, einmal ueberfahre
ich fast eine, aber Glueck gehabt, die sind naemlich schnell diese
Viecher. Es wimmelt nur so von Schmetterlingen aller Art und Groesse.
Der groesste, den wir sehen hat fast suppentellergroesse. Nach einigen
Anstrengungen und vielen wuesten Woertern ueber diesen scheiss Sand,
erreichen wir die Avenue des Baobas: Uns bleibt die Spucke weg.
Diese natuerliche Allee von Baobabs ist voll der Hammer. All die
Schweisstropfen haben sich also doch gelohnt. Die letzten paar km
bis Morondava sind wieder asfaltiert, und nach einem Schluck frischer
Kokosnussmilch geniessen wir den Strand von Morondava. |
Da wir nicht Lust haben, weitere km auf solchen Sandpisten zu fahren
(resp. zu schieben), suchen wir uns wieder einen Pirogié, der
uns von Morondava nach Morombe segelt. Das ist gar nicht so einfach,
muessen wir feststellen: Hier ist naemlich jeder Pirogié oder
er hat zumindest 10 amis, die uns zu super Preisen mitnehmen wuerden…
Will heissen, wir suchen und disskutieren einen ganzen Tag lang, bis
wir den richtigen Typ finden, der uns passt. Und wie wir spaeter merken,
hat es sich gelohnt. Also machen wir mit Jean (unserem Pirogié)
den Preis und alles sonst noch ab. Da Ostern ist, sind die Banken geschlossen,
aber wir brauchen Geld. Also warten wir einen weiteren Tag…Bis
wir endlich alles haben, sind 3 Tage vergangen; so geht das hier. Dann
endlich koennen wir segeln…
Morondeava bis Morombe
| Abgemacht waren 3 Tage, nun es werden ein bisschen
mehr: Wir brauchen eine ganze Woche, da uns der Wind staendig aus
Sueden entgegenblaest. Dazu kommen teilweise hohe Wellen, an zwei
Tagen koennen wir gar nicht segeln, da das Meer so wild ist. „
Il y a pas des problèmes, demain on va arriver a Morombe“,
ist der Lieblingsspruch von unserem Pirogié. Jean und Ruedi
(das ist der Balancier , er sorgt dafuer, dass die Piroge nicht
kentert, indem er auf einer Seite auf dem Ausleger balanciert…)
kennen wirklich keine Probleme. Auch nicht, wenn der zu starke Wind
unseren Mast knickt oder wenn die hohen Wellen literweise Meerwasser
in die Piroge kippen und wir fast absaufen… |
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Da unsere Reise ein wenig laenger dauert, machen wir oft Halt in kleinen
Fischersiedlungen irgendwo in der Pampa. Zu diesen armseligen Ansammlungen
von Huettchen aus Palmblaetter fuehren keine Strassen, der einzige Weg
ist das Meer. So bekommen wir eingiges zu sehen, was uns sonst verborgen
geblieben waere. Es ist super interessant, vor allem da Jean alle Leute
kennt und uns alles erklaert. Unsere Vorraete (natuerlich auch nur fuer
3 Tage gerechnet) sind schnell aufgebraucht. So essen wir einfach Reis
mit Reis und Reis mit Zucker und Reis mit Fisch und Reis mit Sand und
Reis mit nichts und Reis mit Wasser und Reis mit Oel und Reis, Reis,
Reis zum Z morgen, zum Z Mittag, zum Z nacht…zum Glueck lieben
wir Reis ueber alles. Ich versuche mich im Krabben fangen und bringe
immerhin ein paar kleinere zusammen. Fritiert in viel Oel schmecken
sie wie Chips, eine echte Abwechslung zum Reis.
Am gleichen Abend fragt uns Jean nach ein wenig Geld. Er wolle den „
Esprit des Vents“ um guten Wind bitten. Alle zusammen kauern wir
am Strand und Jean bittet um guten Wind und einen guten Reiseverlauf
und werfen das Geld ins Meer.
Als wir endlich in Morombe sind, feiern wir buendig ab. Wir bezahlen
unseren Pirogiés (die uns langsam ans Herz gewachsen sind) und
uns ein Besaeufnis der feinen Art und sind froh, dass wir wieder was
anderes als Reis essen koennen.
Jean laed uns zu seinen Eltern ein. Sein Vater, M. Santiou, war ein
hoher Beamter, wir geniessen eine super Gastfreundschaft und bekommen
einen Brief mit, den wir in Tulear dem Adjudant du Maire ueberbringen
sollen. Der Abschied von den Pirogiés faellt fast ein bisschen
schwer, wir haben wirklich eine super Zeit zusammen verbracht.
Morombe, Ifaty bis Tulear (Mai 03)
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Vor uns liegen fast 300 km Lehmpiste, wobei die
ersten 30 km einmal geteert wurden. Aber das war vor 30 Jahren und
so finden wir vom Teerbelag nicht mehr viel, ausser einigen wenigen
Reststuecken zwischen vielen Schlagloechern. Die Piste ist aber
zum Glueck schoen hart, wenn auch verdammt holperig und staubig.
Zum Teil hat es seht schlechte Abschnitte, es reihen sich Loch an
Loch (ausgefahren Schlammloecher, bis 1 m tief) und das ueber Kilometer.
Wir sind fast so schnell wie die wenigen Lastwagentaxis, die uns
ueberholen. Auf dem Velo ist es angenehmer als auf einem ueberfuellten
Laster ueber diese Pistezu holpern. |
Wir fahren pro Tag um die 50 km. In den Doerfern sammeln sich in minutenschnelle
20 bis 30 Personen um uns herum an, wir sind richtig eingekreist. Alle
schauen uns an und diskutieren ueber uns, leider kann niemand franzoesisch.
So ausgestellt zu sein, ist schon ein bisschen gewoehnungsbeduerftig.
Abends suchen wir uns ein nettes Plaetzli fuer unser Zelt und koecherlen
was wir tagsueber auf den Maerkten gefunden haben. Sobald es dunkel
wird, sind wir absolut alleine. Die Einheimischen sind bei Dunkelheit
nicht mehr auf der Strasse oder in den Feldern, so haben wir bis am
naechsten Morgen immer schoen Ruhe und sind fuer uns allein. An meinem
Geburi sind wir in Ifaty, einem fuer madagasische Verhaeltnisse sehr
touristischen Ort. Wir mieten uns fuer 3 Tage ein Bungalo direkt am
weissen Strand mit Kokospalmen und leisten uns ein bisschen Luxus. Wir
liegen am Strand, trinken Rum und essen nur noch Crevetten und Langusten
(und natuerlich Reis…) und lassen uns mit Kokosoel massieren.
Leider habe ich waehrend dieser Zeit eine kleinere Magenverstimmung
mit Durchfall und Erbrechen, was die Stimmung ein bisschen daempft.
Bis nach Tulear liegt so viel Sand auf der Piste, dass wir unsre Velos
auf das Taxi Be laden und mitfahren.
Tulear
Wir bringen den Brief zum Adjudant du Maire. Er bringt uns zu einem
weiteren Sohn von M. Santiou, wo wir wohnen koennen. Leider fuehlt sich
Denise nicht so gut. Bis abends hat sie einen superstarken Durchfall
und 39,5°C Fieber. Ich pflege sie die folgenden Tage. Langsam erholt
sie sich und kommt wieder zu Kraeften.
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