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Tulear – Ranhoira Mai 03
Mit guten Wuenschen und Ratschlaegen verlassen wir Tulear auf der Nationalstrasse
Richtung Norden. Man hat uns gesagt, die ersten 250 km sind flach...
thja, so ist das mit den madagassischen Ratschlaegen. Nach ca. 10 km
kommen wir in die Huegel, die Strasse steigt gleich mal 250 Hoehemeter.
Oben angekommen, blicken wir das letzte mal aufs Meer zurueck –
ohjeee, nie mehr Crevetten und Langusten...
Die Strasse ist in einem sehr guten Zustand und der Verkehr haelt sich
in Grenzen. Die wenigen Autos und Lkws fahren dafuer mit Tempo 200 neben
uns vorbei, uns windet es manchmal beinahe in den Strasengraben. Die
Landschaft wirkt sehr trocken und unwirtlich. Es wachsen viele Kakteen
und Dornbuesche. Dementsprechend kommen wir selten in Doerfchen vorbei.
Gegen Abend koennen wir kein Wasser, sondern nur Bier auftreiben. Kurz
vor dem Eindunkeln schoepfen uns ein paar Zebuhirten Wasser aus einem
Wasserloch. Wasser? Es ist eher eine braune Bruehe, so kochen wir unser
Reis fuer einmal mit Bier. In den naechsten Tage durchqueren wir weite
Grasebenen mit wenigen vereinzelten Baeumen. Die Strasse zieht sich
zum Teil bis zum Horizont gerade dahin. Leider weht uns der Wind fast
staendig entgegen, was unser Vorankommen ein wenig behindert.
Mit Sakarah erreichen wir die Saphirregion von Mada. In Sakarah ist
die Strasse mit dicken Saphirhaendlershops gesaeumt, allesamt gut verbarrikadiert
und bewacht. Auf der Strasse fahren fette Mercedes und BMWs, fuer Mada
ein eher ungewoehnliches Bild. Wir merken gut, hier haben eine Menge
Leute schnell, sehr viel Geld verdient. Die Saphirgraeber suchen die
wertvollen Steine irgendwo im Busch und tragen ihre Ausbeute an den
naechsten Bach oder Fluss. Dort waschen sie die Steine und sortieren
die Saphire aus. Die Scenen gleichen den Goldgraeberstaedten im Wilden
Westen. Einmal taucht mitten im „no where“ neben der Strasse
ein einzelnes Casino auf.
Parc d Isalo und Plataeau d Ihorombe Mai 03
In Parc Natinal D Isalo machen wir eine zweitaegige Tour mit einem Guide.
Der Parc umfasst einen trockenen Gebirgszug mit sehr vielen spezialisierten
Tier -und Pflanzenarten. Unser Guide kennt alle Ecken wie seine Hosentasche.
Dadurch bekommen wir einiges zu sehen: Elefantenfuss, Sifakas, Katas
und braune Lemuren, Skorbione, Schlangen, Papageie und viele, viele
andere Voegel. Die Lemuren sind echt der Hammer. Wir koennen sie aus
einer Distanz von ca. 5m ueber lange Zeit beobachten. Vor allem die
Katas mit ihrem flauschigen Ringelschwanz sind echt suess.
Wind, Sonne und regen haben das Gestein im Gebirge zu skurrilen Formen
abgeschliffen. Dadurch kommen die verschiedensten Gesteinfarben zum
Vorschein. Wir staunen und staunen und staunen ueber alle die verschiedenen
Farben und Formen. Nach zwei Tagen wandern zeigt uns der Guide ein Wasserbecken
an einem Bach prallgefuellt mit kristallklarem Wasser. Wir waschen und
all den Staub und den Dreck von der Haut – ahh, wunderbar.
Wieder auf dem Velo haben wir Muskelkater vom Wandern, dazu kommt ein
superstarker Gegenwind. Bald einmal erreichen wir das Plateau d Ihorombe,
einer weiten topfebenen Grasebene ohene einen Strauch oder Baum, so
weit wir sehen koennen. Die Strasse ueber das Plateau ist eine Erdpiste.
Wir quaelen uns gegen den Wind vorwaerts. Am naechsten Tag nimmt der
Wind noch an Staerke zu, wir kommen kaum von der Stelle. Immer wieder
muessen wir die Velos durch sandige Pistenabschnitte schieben, wenn
wir faheren koennen weht und der Wind fast vom Sattel.
Unsere Stimmung sinkt beinahe auf den „nullgefrierpunkt“.
Denise macht sich zusaetzlich Sorgen ueber eine nicht definierbare Hautinfektion,
die partout nicht heilen will. Wir kochen uns mal eine Nudelbouillon
und beschliessen die naechsten Naechte nur noch in Hotels zu schlafen,
bis all die Hautinfektionen von Denise sauber verheilt sind.
Endlich haben wir das Plateau geschafft und koennen ein paar km nach
Ihosy hinunterfahren. Dort gehen wir schnurstracks ins teuerste Hotel,
kaufen uns 1 Kg Kaese, Schoggi und Bier und machen uns ein feines Schweizer
Z vieri.
Ihosy – Fianarantsoa Mai 03
Endlich haben wir mal Rueckenwind, obwohl es huegelig ist, fahren wir
locker 85 km. Die Landschaft wird langsam sehr bergig. Felswaende und
Felskuppen wie in den Alpen tauchen vor uns auf und verschwinden wieder
aus unserem Blickfeld. Abends und Morgens ist es kuehl, wir sind froh
um unsere warmen Kleider. Als wir uns Fianarantsoa naehern hat es immer
wie mehr Wald. In Ambalavao treffen wir dann einen Schweizer Forstingenieur.
Er erklaert uns ausfuehrlich die oekologischen Probleme mit der Entwaldung
und verschiedenen Wiederaufforstungsprojekten. In Fianarantsoa staunen
wir nicht schlecht: Das erste was wir sehen ist ein COOP Lkw. Uns ueberkommen
fast ein wenig mulmige Gefuehle, wenn wir an das ach so feine, kalte
COOP Bio Jogurth denken... Wir suche uns das beste Hotel aus und lassen
uns zwei Tage gut gehen. Morgens gibt’s sogar ein Fruehstueckbuffet
mit Jogurth und allem was wir sonst noch so vermissen nach 1 _ Monaten
trocken Paguetten, wenn ueberhaupt, zum Z morgen.
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