Suedafrika Juli 03

Stefan Schilli


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Vom Sardienen Run....
Also wenn man an der Suedkueste von Suedafrika lebt, mehr oder weniger zuunterst und schon fast die Antarktis sehen kann, ist man entweder pensioniert und geniest das milde Klima oder man ist ein leidenschaftlicher Fischer und wartet auf die grossen Sardienen-schwaerme, welche im Juli oder August eintreffen sollten. Ein solcher Fischer ist mein Cousin Kenneth. Aendu ist also kaum in Suedafrika gelandet und schon sitzt er im Wagen und dieser befindet sich auf dem Weg zur eben erwaehnten Suedkueste. Dort wohnen auch meine Grosseltern, welche mehr oder weniger der ersten Gruppe zuzuschreiben sind. Meine Grosseltern wohnen in einem mittelgrossen Haus, umgeben von Bananen-, Papaya und Avokadobaeumen und natuerlich Orchideen. Orchideen beherschen das Bild und auch ein wenig den Alltag, denn mein Grosspapi ist ein leidenschaftlicher Zuechter dieser wundervollen exotischen Blumen.
In diesem idyllischen Ort haben wir ein wenig Zeit verbracht. Aendu aber, so bin ich fast ueberzeugt, befand sich mehr an der Kueste zusammen mit Kenneth und sie haben gefischt und gefischt..... aber ohne die Sardienen ist da nichts zu machen, oder fast nichts, denn dank schweizer ausdauer und praezision haben sie einen farbigen fisch, welchen ich leider nicht mit namen benennen kann und auch einen kugelfisch gefunden ehm gefischt meine ich. Sie habens beide genossen, und vermutlich eine afrikanische Weisheit gelernt: Man versucht nicht durch harte Arbeit und Ausdauer Fische zu fangen, sondern man WARTET bis die Fische den Weg zu einem finden. „Fische“ koennte man hier auch durch „Glueck oder Reichtum“ ersetzen.
Ich denke zurueck an die Waale, welche wir vom WIMPY’s, einem Fastfood Lokal, beobachten konnten und an den einen oder anderen gemuetlichen abend im Haus mit den Orchideen. Vielen Dank Grossmami und Grosspapi.

Goldi’s Wiederauferstehung und andere Arbeiten
Den zweiten Teil unseres Aufenthaltes in Suedafrika haben wir im Highfeld bei Paula und Ken verbracht. Im Highfeld, welches sich ueber das ganze Binnenland des suedoestlichen Afrika erstreckt, ist es im suedlichen Winter trocken und kalt. Also genau das richtige trostlose Wetter um notwendige Arbeiten wie Reparaturen durchzufuehren. Solche gab es bei Aendu’s bike zur genuege. Nach den Segelfahrten auf Madagaskar hatte sich sein Goldi (Der Papalagi) in ein Oldi verwandelt. Es gab einiges zu tun: Nabenlager neu fetten und zum teil ersetzen, brems- und schaltzuege auswechseln und den Lowrider schweissen, nachdem es meiner wenigkeit gelungen war, eine schraube abzubrechen. Zum schluss wurde dem armen Geschoepf noch mit einer Grundierungsfarbe, welche die rostigen Stellen wundervoll ergaenzte, ein Tarnanzug aufgepinselt. Ich aber stand stolz neben meinem brandneuen Aarios Bike, welches in der tiefstehenden Wintersonne nur so funktelte, und im Hinterkopf fragte ich mich heimlich, welches Bike wohl als erstes gestohlen wuerde, danach ging ich noch ein, zwei Bier drinken. Nebenbei konnten wir Paula noch ein wenig bei der Fertigstellung ihrer neuen Kueche helfen und wir schauten auch immer, dass sich der Kuehlschrank nicht zu sehr fuellte. Merci Paula und Ken!

Rueckblick Suedafrika
Suedafrika ist ein komisches Land. Wenn man durchfaehrt erinnert es einem ein wenig an „fastfood-do-it-yourself-super-hyperstore“ Amerika. Was es mit den Staaten auch noch gemeinsam hat ist diese seltsame, mit Angst und Misstrauen erfuellte Stimmung, welche einem taeglich, oder besser sekuendlich durch irgendwelche Medien eingefloesst wird. Es geschieht auch viel Schlechtes in Suedafrika, jeder kann dir von einem Bekannten oder Verwandten erzaehlen, welcher in einer Form von dieser schlechten Stimmung getroffen wurde. Suedafrika braucht Zeit und vor allem braucht es Verstaendnis zwischen Schwarz und Weiss. Im Moment wird man aber von dieser schlechten Stimmung erfuellt und abends in den Strassen fuehlt man sich nicht wohl und schaut immer wieder ueber die Schultern und spuert noch schwach den schwarzen Geist der weissen Apartheid.

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19. August 2003 - og