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Vom Sardienen Run....
Also wenn man an der Suedkueste von Suedafrika lebt, mehr oder weniger
zuunterst und schon fast die Antarktis sehen kann, ist man entweder
pensioniert und geniest das milde Klima oder man ist ein leidenschaftlicher
Fischer und wartet auf die grossen Sardienen-schwaerme, welche im Juli
oder August eintreffen sollten. Ein solcher Fischer ist mein Cousin
Kenneth. Aendu ist also kaum in Suedafrika gelandet und schon sitzt
er im Wagen und dieser befindet sich auf dem Weg zur eben erwaehnten
Suedkueste. Dort wohnen auch meine Grosseltern, welche mehr oder weniger
der ersten Gruppe zuzuschreiben sind. Meine Grosseltern wohnen in einem
mittelgrossen Haus, umgeben von Bananen-, Papaya und Avokadobaeumen
und natuerlich Orchideen. Orchideen beherschen das Bild und auch ein
wenig den Alltag, denn mein Grosspapi ist ein leidenschaftlicher Zuechter
dieser wundervollen exotischen Blumen.
In diesem idyllischen Ort haben wir ein wenig Zeit verbracht. Aendu
aber, so bin ich fast ueberzeugt, befand sich mehr an der Kueste zusammen
mit Kenneth und sie haben gefischt und gefischt..... aber ohne die Sardienen
ist da nichts zu machen, oder fast nichts, denn dank schweizer ausdauer
und praezision haben sie einen farbigen fisch, welchen ich leider nicht
mit namen benennen kann und auch einen kugelfisch gefunden ehm gefischt
meine ich. Sie habens beide genossen, und vermutlich eine afrikanische
Weisheit gelernt: Man versucht nicht durch harte Arbeit und Ausdauer
Fische zu fangen, sondern man WARTET bis die Fische den Weg zu einem
finden. „Fische“ koennte man hier auch durch „Glueck
oder Reichtum“ ersetzen.
Ich denke zurueck an die Waale, welche wir vom WIMPY’s, einem
Fastfood Lokal, beobachten konnten und an den einen oder anderen gemuetlichen
abend im Haus mit den Orchideen. Vielen Dank Grossmami und Grosspapi.
Goldi’s Wiederauferstehung und andere Arbeiten
Den zweiten Teil unseres Aufenthaltes in Suedafrika haben wir im Highfeld
bei Paula und Ken verbracht. Im Highfeld, welches sich ueber das ganze
Binnenland des suedoestlichen Afrika erstreckt, ist es im suedlichen
Winter trocken und kalt. Also genau das richtige trostlose Wetter um
notwendige Arbeiten wie Reparaturen durchzufuehren. Solche gab es bei
Aendu’s bike zur genuege. Nach den Segelfahrten auf Madagaskar
hatte sich sein Goldi (Der Papalagi) in ein Oldi verwandelt. Es gab
einiges zu tun: Nabenlager neu fetten und zum teil ersetzen, brems-
und schaltzuege auswechseln und den Lowrider schweissen, nachdem es
meiner wenigkeit gelungen war, eine schraube abzubrechen. Zum schluss
wurde dem armen Geschoepf noch mit einer Grundierungsfarbe, welche die
rostigen Stellen wundervoll ergaenzte, ein Tarnanzug aufgepinselt. Ich
aber stand stolz neben meinem brandneuen Aarios Bike, welches in der
tiefstehenden Wintersonne nur so funktelte, und im Hinterkopf fragte
ich mich heimlich, welches Bike wohl als erstes gestohlen wuerde, danach
ging ich noch ein, zwei Bier drinken. Nebenbei konnten wir Paula noch
ein wenig bei der Fertigstellung ihrer neuen Kueche helfen und wir schauten
auch immer, dass sich der Kuehlschrank nicht zu sehr fuellte. Merci
Paula und Ken!
Rueckblick Suedafrika
Suedafrika ist ein komisches Land. Wenn man durchfaehrt erinnert es
einem ein wenig an „fastfood-do-it-yourself-super-hyperstore“
Amerika. Was es mit den Staaten auch noch gemeinsam hat ist diese seltsame,
mit Angst und Misstrauen erfuellte Stimmung, welche einem taeglich,
oder besser sekuendlich durch irgendwelche Medien eingefloesst wird.
Es geschieht auch viel Schlechtes in Suedafrika, jeder kann dir von
einem Bekannten oder Verwandten erzaehlen, welcher in einer Form von
dieser schlechten Stimmung getroffen wurde. Suedafrika braucht Zeit
und vor allem braucht es Verstaendnis zwischen Schwarz und Weiss. Im
Moment wird man aber von dieser schlechten Stimmung erfuellt und abends
in den Strassen fuehlt man sich nicht wohl und schaut immer wieder ueber
die Schultern und spuert noch schwach den schwarzen Geist der weissen
Apartheid.
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