home
berichte
bilder
route
kontakt
links |
|
<
letzter Bericht | nächster Bericht
>
Mbamba Bay
Bevor ich mit der Erzählung der Ereignisse anfange, komme ich fast
nicht darum, dieses kleine Kaff am Nyassa-See (in vermutlich allen anderen
Ländern der Erde wird er Malawi-See genannt, hier aber hatte man
die Nachbarn nicht immer so gerne) mit ein paar Worten zu beschreiben.
Das Dorf liegt an einer perfekt geformten Bucht mit schon fast weissem
Sandstrand, welche von einigen, mit runden Gesteinsbrocken übersähten,
Huegeln eingeschlossen ist. Durch die vielen Kokospalmen sowie Bananen-
und Mangobäumen, hat man das Gefühl an einem tropischen Ort
zu sein.Und dann ist da der See, welcher die ganze Landschaft beherrscht
und beschützt und dessen Blau sich am Horizont mit dem des Himmels
zu verschmelzen scheint. Wenn man sagen würde, dass das Leben in
Mbamba Bay pulsiert, wäre das vermutlich ein wenig zu dick aufgetragen.
Trotzdem ist immer ein bischen Bewegung da: am Morgen kommen die Ficher
rein, welche den See während der Nacht mit einer Lichterkette schmückten.
Morgens ist auch die Zeit, um ein Chapati und ein Chai (fettgebackenes
Fladenbrot und Tee) oder auch eine heisse Milch zu trinken. Für
uns ist dieser Brauch neu und es freut uns umso mehr, dass es sich hierbei
um einen Nationalsport zu handeln scheint. Die Chapati essen wir fortan
immer mit viel Freude und etwas Zucker oder Honig (oder mit beidem,
wenn Mr. Andy seine Crunchy-Version unter kritischen Blicken der Afrikaner
zubereitet). Während den heissen Mittagstunden wird es noch etwas
ruhiger, ab und zu ist Kleiderwaschen angesagt, was sich natuerlich
gerade im See abspielt. Am Abend versammelt sich dann die ganze maennliche
Gesellschaft vor dem Fernseher der Nyassa View Lodge, wo dann europäischer
oder afrikanischer Fussball und auch ein oder zwei Bierchen konsummiert
werden. Etwa 10 Tage lang sind wir auch ein Teil der Lodge. Im Gegensatz
zu mir (bin mal wieder krank) ist Mr. Andy sehr busy. Morgens bringt
er einem Jungen das Schwimmen bei, danach geht’s zum Markt wo
er alle erdenklichen Dinge findet (Honig, Backpulver, Hefe usw), danach
ab zum Muelin um Arabisch Unterricht zu nehmen und zu guter Letzt werden
dann noch die kompliziertesten Gerichte zubereitet (das Dorf sitzt dann
schon lange vor dem Fernseher), deren Verzehr wiederum, die erste richtige
Aktion meinerseits ist...
< letzter Bericht | nächster
Bericht >
|