Mbamba Bay, Malawi-See
Tanzania September 03

Stefan Schilli


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Mbamba Bay
Bevor ich mit der Erzählung der Ereignisse anfange, komme ich fast nicht darum, dieses kleine Kaff am Nyassa-See (in vermutlich allen anderen Ländern der Erde wird er Malawi-See genannt, hier aber hatte man die Nachbarn nicht immer so gerne) mit ein paar Worten zu beschreiben. Das Dorf liegt an einer perfekt geformten Bucht mit schon fast weissem Sandstrand, welche von einigen, mit runden Gesteinsbrocken übersähten, Huegeln eingeschlossen ist. Durch die vielen Kokospalmen sowie Bananen- und Mangobäumen, hat man das Gefühl an einem tropischen Ort zu sein.Und dann ist da der See, welcher die ganze Landschaft beherrscht und beschützt und dessen Blau sich am Horizont mit dem des Himmels zu verschmelzen scheint. Wenn man sagen würde, dass das Leben in Mbamba Bay pulsiert, wäre das vermutlich ein wenig zu dick aufgetragen. Trotzdem ist immer ein bischen Bewegung da: am Morgen kommen die Ficher rein, welche den See während der Nacht mit einer Lichterkette schmückten. Morgens ist auch die Zeit, um ein Chapati und ein Chai (fettgebackenes Fladenbrot und Tee) oder auch eine heisse Milch zu trinken. Für uns ist dieser Brauch neu und es freut uns umso mehr, dass es sich hierbei um einen Nationalsport zu handeln scheint. Die Chapati essen wir fortan immer mit viel Freude und etwas Zucker oder Honig (oder mit beidem, wenn Mr. Andy seine Crunchy-Version unter kritischen Blicken der Afrikaner zubereitet). Während den heissen Mittagstunden wird es noch etwas ruhiger, ab und zu ist Kleiderwaschen angesagt, was sich natuerlich gerade im See abspielt. Am Abend versammelt sich dann die ganze maennliche Gesellschaft vor dem Fernseher der Nyassa View Lodge, wo dann europäischer oder afrikanischer Fussball und auch ein oder zwei Bierchen konsummiert werden. Etwa 10 Tage lang sind wir auch ein Teil der Lodge. Im Gegensatz zu mir (bin mal wieder krank) ist Mr. Andy sehr busy. Morgens bringt er einem Jungen das Schwimmen bei, danach geht’s zum Markt wo er alle erdenklichen Dinge findet (Honig, Backpulver, Hefe usw), danach ab zum Muelin um Arabisch Unterricht zu nehmen und zu guter Letzt werden dann noch die kompliziertesten Gerichte zubereitet (das Dorf sitzt dann schon lange vor dem Fernseher), deren Verzehr wiederum, die erste richtige Aktion meinerseits ist...

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21. Oktober 2003 - og