Mbamba Bay – Njombe
Tanzania September 03

Stefan Schilli


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Auf Abwegen
Fuer den weiteren Verlauf der Reise haben wir entschlossen, eine Weile von den Hauptstrassen wegzukommen. Die Vorstellung war, auf Nebenstrassen dem See entlang gegen Norden zu fahren, um dann zu den Livingstone Mountains und schiesslich auf das Hochland von Tanzania zu gelangen, welches sich zwischen 1500 und 2000m befindet und sich über ganz Ostafrika erstreckt und eigentlich nur vom Great Rift Valley unterbrochen wird. Am ersten Tag führen uns die Nebenstrassen durch Maniokfelder kleinere Bananenplantagen und durch zahlreiche Dörfer, wo man sich mit einem hoffnungslos überzuckerten Chai und frittierten Brötchen stärken kann. Leider, und eigentlich ganz typisch für Afrika, gibt es hier nichts in normalen Abstufungen, und so verwandelt sich die Nebenstrasse in eine ungesunde Mischung zwischen Wanderweg und Bachbett, welche sich zu allem Uebel auch noch über eine oder besser mehrere Bergketten hinzieht. Entschaedigt werden wir durch die Gastfreundschaft der Menschen hier. In einer Missionsstation essen wir zusammen mit den Priestern Makkaroni und gehen am naechsten Morgen auch schön brav in die Kirche (leider ist die Messe in Kisuaheli). Ein anderes Mal werden wir in einer Schule aufgenommen und Mr. Andy sammelt mit Hilfe einer Lehrerin erste Erfahrungen in der Herstellung von Chapatis. Nach der überstanden Nebenhölenentzündung von Mbamba Bay plagt mich mittlerweilen ein neues Leiden und ich beschliesse die Weiterreise mit einem Fahrzeug anzutreten. Die Strasse, welche mittlerweilen wieder mit Recht als solche bezeichnet werden darf, zieht sich nun durch die spärlich bewaldeten Hügel der Livingstone Mountains. Tiefliegende Wolken kämpfen sich durch die Landschaft und verwandeln sie zusammen mit dem Licht der morgendlichen Sonne in ein mythisches Tal in den Schottischen Highlands.
Durch eine glückliche Abfolge von Zufällen kommt der total verlotterte Defender und sein, vermutlich von irgendwelchen Rallyfahrern inspirierte Fahrer (und natuerlich uns Passagiere, von welchen vermutlich nur ich den Ernst der Lage richtig erkannt haben), nicht von der Staubpiste ab. Nach zirka zwei Stunden erreichen wir das nächste Dorf und ich freue mich auf eine längere Pause, welche ich mit einem guten Milchkaffee und etwas Essbarem auszufüllen gedenke. Ich habe gerade zwei Schlückchen Pulverkaffee getrunken, da glaube ich etwas gesehen zu haben, was eigentlich gar nicht sein kann und als dann tatsächlich Mr. Andy zur Tür reinkommt, verirrt sich das nächste Schlückchen in der Luftröhre! Mein Leiden entpuppt sich als Nierenentzündung und so muss ich für eine weitere Woche Antibiotika nehmen (und darf leider auch kein Bier trinken).

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21. Oktober 2003 - og