Kilimanjaro und Serengeti
Tanzania November 03

Andreas Kunz


home > berichte > 17. 11. 2003
 

< letzter Bericht | nächster Bericht >

Big mountain – big business
Am Rand der Masai Steppe erhebt sich der Mt. Kilimanjaro, der hoechste Berg Afrikas. Die Bergflanken dieses alten Vulkans steigen so aprupt aus den flachen Weiten der Steppe auf, dass uns der Berg riesig erscheint (mit einer Hoehe von 5895 Meter ist es ja tatsaechlich kein kleiner Huegel). Tagsueber ist der schneebedeckte Kraterrand von dichten Wolken verdeckt, nur morgens und abends sehen wir den Gipfel. Natuerlich wollen wir den Kili besteigen, stehen wir doch schon einmal vor ihm. Der stattliche Preis von USD 500 (das ist die absolut billigste Variante, die Preise gehen bis USD 1000 pro Person fuer eine Besteigung) kuehlt unser Gipfelfieber aber schnell ab. Bergsteigen ist hier big business! Nur wer harte Dollars bezahlt, darf auf den Berg steigen. Wir entscheiden uns ohne grosse Diskussionen fuer die Budget-Variante und fahren am Fusse des Berges durch wunderbare Regenwaelder, Kaffee- und Bananenplantagen, lassen den Kili einfach von weitem auf uns wirken.
In Arusha verbringen wir ein paar Tage im 5-Stern Hotel Dik Dik. Die wunderbare Kueche und die herzliche Gastfreundschaft von Carmen, Roes, Markus und Erich bleiben fuer uns unvergesslich. Vielen Dank!


Abenteuer Wildnis...
Obwohl ich in meiner Kindheit selten in den Genuss vom Fernseh schauen kam, erinnere ich mich vage an eine Tiersendung <Abenteuer Wildnis>. Loewen bei der Jagd und riesige Gnuherden bei ihren Wanderungen durch die Serengeti flimmern in meinen Erinnerungen ueber den Bildschirm. Damals als kleiner Bub haette ich nie im Traum daran gedacht, all diese Szenen einmal in Wirklichkeit zu sehen. Aber vielleicht ist es ja besser, wissen wir nicht welche Ueberraschungen das Leben fuer uns bereithaelt.
Wie auch immer, wir wollen von Arusha auf dem kuerzesten Weg an den Lake Victoria. Dazwischen liegt eben die besagte Serengeti. Auf einer Flaeche von 14’700qkm erstrecken sich die Grassteppen und Baumsavannen. Da es nicht erlaubt ist im Serengetipark mit dem Velo zu fahren, mieten wir uns fuer drei Tage einen Landrover. Vom Autodach aus beobachten wir Elefanten, Antilopen, riesige Zebra- und Gnuherden, Geparden, Hippos, Loewen und Voegel ohne Ende. Wir hoeren die Knochen knacken und Sehnen reissen, als Hyaenen ein Gnu zerfleischen, sehen wie die Loewenbabys der Mutter in den Schwanz beissen und sich ein junger Elefant, muede von der Hitze des Tages, ans dicke Bein seiner Mutter lehnt. Natur – Momente von unendlicher Harmonie und der gnadenlose Kampf ums Ueberleben. Noch nie habe ich diesen Wechsel in so schneller und unmittelbarar Abfolge erlebt wie in diesen drei Tagen.
Von der Parkgrenze pedalieren wir weitere zwei Tage auf Pisten durch den Busch bis wir den Lake Victoria erreichen. Von Mwanza fahren wir mit der Faehre ueber den See nach Bukoba und nehmen den weiteren Weg nach Uganda unter die Raeder.

< letzter Bericht | nächster Bericht >

   

20. November 2003 - og