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Gleichzeitig mit schwarzen Wolken kommen wir in Mwanza an und es erstaunt
mich nicht, dass bald ein sintflutartiger Regen einsetzt, welcher die
Stadt binner 30 Minuten in eine Seenlandschaft verwandelt: kleinere
und grössere Pfützen und Flüsschen zwingen Fahrzeuge
zu einem lustigen Slalom durch die Strassen und die Fussgaenger zu gewagten
Einlagen. Ich beobachte einen Afrikaner, der gerade versucht mit seinen
Sonntagshosen (zu welchen die Männer hier besondere Sorge tragen),
eines der grösseren Flüsschen zu überqueren. Mit akrobatischen
Verrenkungen und der Hilfe dreier Steine versucht er das Unmögliche
möglich zu machen und das Vorhersehbare abzuwenden. Es gelingt
ihm, aber leider nur fast… ich kann mir das Lachen nicht verkneiffen.
Ein Schiff bringt uns nachts ueber den Viktoriasee. Es ist nicht mehr
wie früher - die Schiffe legen pünktlich ab, kommen in der
Zeit und erst noch am richtigen Ort an, sind in einem guten Zustand
und nicht mal überfüllt. Wir schlafen neben den Bikes auf
dem Autodeck.
Ich träume: Ich stehe am Reeling, schaue ueber das Wasser.
Es wird kalt als ich die Leichen sehe, unzaehlige, namenlos, zeitlos.
Im fahlen Spiegel des nächtlichen Sees hinterlassen sie dunkle
Flecken, so auch im Herzen vieler Menschen. Zuviele dunkle Stellen,
ein menschlicher Abgrund. Es ist nun fast 10 Jahre her, als in
Rwanda Hunderttausende umgebracht wurden und diese Bilder bei uns ueber
die Bildschirme flimmerten. Es beschäftigt mich, dass in einer
Gegend so schön und reich beschenkt wie dieser so etwas geschehen
konnte. Konnte? Es geschieht immer noch! In Burundi, im Kongo, in Sumatra,
in … auf der Welt, unter Menschen.
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