Zwischenfälle…
Uganda November 03

Stefan Schilli


home > berichte > 21. 12. 2003 - 2
 

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Wie näher wir nach Uganda gelangen, wie fruchtbarer wird die Land. Sanfte mit saftigem Grass bedeckte Hügel verdecken uns die Sicht auf den Horizont, auf noch mehr Hügel. Die Grenze passieren wir auf der Hauptstrasse. Die Nebenstrasse, welche wir befahren wollten wird des oefteren von Banditen heimgesucht. Eine bittere Erfahrung und das erste Mal, dass wir unserer Sicherheit zuliebe umkehren mussten. In Uganda angekommen halten wir uns Richtung Südwesten. Alles ist im Saft, kein Wunder, denn wir befinden uns mitten in der Regenzeit, was bedeutet, dass es vorzugsweise am frühen Nachmittag für kurze Zeit zu regnen beginnt. Die Landschaft verändert sich und bald befinden wir uns in einer sonderbaren Hügellandschaft. Die vielen Hänge sind mit unzähligen verschiedenfarbigen Terässchen übersäht, das kleinste Stücklein Land wird genutzt. So weit das Auge reicht überspannt ein Felderteppich das Land. Die Gegend hier wird als die Schweiz von Afrika bezeichnet. Es hat Seen, welche mit ihrer eintönigen Oberfläche einen starken Kontrast zur übrigen Landschaft der Tälern sind, um ab und zu von einem Hügel durchbohrt zu werden. Am Horizont erheben sich grau und mächtig die Virunga Vulkane…
An einem Spätnachmittag, es sieht nach Regen aus, stehen wir auf dem letzten Pass, vor uns breitet sie eine Ebene aus, welche nur von ein paar kleinen Vulkankegeln unterbrochen wird. Im Süden erheben sich die majestetischen Gipfel der Virunga Vulkane. Mit ihrer Höhe von über 4000 Meter und ihrer unmittelbaren Nähe beherschen sie die Szene, auch wenn man von ihnen meistens nur die unteren Flanken sieht, welche sich wie die Mauer eines gigantischen Turms herheben, um sich in den Wolken zu verlieren. Es scheint, als durchbrechen sie sogar den Himmel. Wir beschliessen noch am Abend in die Head Quarters des Mgahinga NP zu fahren, um am nächsten Tag eine Wanderung zu den Vulkanen zu unternehmen. Da es mittlerweilen aber dunkel ist, fahren wir auf der falschen Strasse und pedallieren auf die nahe Grenze des Kongos zu. Wir bemerken dann aber unser Missgeschick und kehren um, bevor wir zu Schrumpfköpfen verarbeitet werden. :-)

Mit zwei Fuehrern und drei bewaffneten Rangern, welche für unser Sicherheit sorgen sollen, geht’s am nächsten Morgen los. Die Fuehrer erklären uns die Geschichte des Parks und verschiedene Heilpflanzen (eine davon wird angewendet um einem Schwerstbesoffenen das Sprechen wieder zu ermöglichen?!). Die Bambuswälder der Virunga Vulkane sind einer der letzten Lebensräume für Berggorillas. Die Wanderung ist sehr interessant und verläuft weitgehend problemlos. Nur als plötzlich ein Soldat in anderer Uniform auf dem Weg vor uns auftaucht, weis für ein paar Sekunden niemand genau was abgeht. Die Sache klärt sich dann aber schnell auf: es handelt sich um eine rwandische Patrouille (fuer den Schutz des NP betreiben Uganda, Rwanda und der Kongo job sharing…). Es kommt zu einem “shake hands” mit cirka 20 bis zu den Zähnen bewaffneten Soldaten - bonjour und ca va! Zum Schluss des Rundgangs wird es nochmals spannend, als unsere Ranger plötzlich ausscheren um eine raschelnde Stelle im Busch zu umkreisen. Es lässt sich dann aber ziemlich schnell eine ängstliche Stimme vernehmen und es stellt sich heraus, dass es sich beim vermeindlichen Wilderer um unseren Koch handelt, der gerade Brennholz sammelt.

Uganda ist ein erstaunliches Land, denn meistens habe ich das Gefühl mich in einem nicht afrikanischen Land zu befinden. Eines Abends zum Beispiel fahren wir ein kleines bewaldetes Tal hinunter, welches sich auch im französischen Jura hätte befinden können, nur die vereinzelten Banenbäume waren ein wenig fehl am Platz. Am nächsten Tag führt uns die Strasse durch sanfte Hügel mit saftigen, kurzgefressenen Wiesen. Hecken unterteilen das Land in regelmässigen Abständen und es findet sich sogar ein kurzer und feiner Sprühregen ein, das tönt doch ganz nach England oder Irland, nicht? Mit dem Süden des Landes verlassen wir die mir so vertraut erscheinenden Gefilde. Wir erreichen das westliche Rift Valley und auf einen Schlag befinden wir uns wieder im klassischen Afrika; weite Flächen mit wiegendem Gras und Schirmakazien. Heute überqueren wir mit unseren Rädern den Aequator, ein Schild weist uns darauf hin. Wir machen ein paar Erinnerungsfotos und wollen darauf anstossen, doch die Leute im nächsten Kaff leben auf trockenem Fuss, so dass wir uns mit einer Cola begnügen müssen. Wir holen‘s am Abend nach…

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22. Dezember 2003 - og