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Wie näher wir nach Uganda gelangen, wie fruchtbarer wird die Land.
Sanfte mit saftigem Grass bedeckte Hügel verdecken uns die Sicht
auf den Horizont, auf noch mehr Hügel. Die Grenze passieren wir
auf der Hauptstrasse. Die Nebenstrasse, welche wir befahren wollten
wird des oefteren von Banditen heimgesucht. Eine bittere Erfahrung und
das erste Mal, dass wir unserer Sicherheit zuliebe umkehren mussten.
In Uganda angekommen halten wir uns Richtung Südwesten. Alles ist
im Saft, kein Wunder, denn wir befinden uns mitten in der Regenzeit,
was bedeutet, dass es vorzugsweise am frühen Nachmittag für
kurze Zeit zu regnen beginnt. Die Landschaft verändert sich und
bald befinden wir uns in einer sonderbaren Hügellandschaft. Die
vielen Hänge sind mit unzähligen verschiedenfarbigen Terässchen
übersäht, das kleinste Stücklein Land wird genutzt. So
weit das Auge reicht überspannt ein Felderteppich das Land. Die
Gegend hier wird als die Schweiz von Afrika bezeichnet. Es hat Seen,
welche mit ihrer eintönigen Oberfläche einen starken Kontrast
zur übrigen Landschaft der Tälern sind, um ab und zu von einem
Hügel durchbohrt zu werden. Am Horizont erheben sich grau und mächtig
die Virunga Vulkane…
An einem Spätnachmittag, es sieht nach Regen aus, stehen wir auf
dem letzten Pass, vor uns breitet sie eine Ebene aus, welche nur von
ein paar kleinen Vulkankegeln unterbrochen wird. Im Süden erheben
sich die majestetischen Gipfel der Virunga Vulkane. Mit ihrer Höhe
von über 4000 Meter und ihrer unmittelbaren Nähe beherschen
sie die Szene, auch wenn man von ihnen meistens nur die unteren Flanken
sieht, welche sich wie die Mauer eines gigantischen Turms herheben,
um sich in den Wolken zu verlieren. Es scheint, als durchbrechen sie
sogar den Himmel. Wir beschliessen noch am Abend in die Head Quarters
des Mgahinga NP zu fahren, um am nächsten Tag eine Wanderung zu
den Vulkanen zu unternehmen. Da es mittlerweilen aber dunkel ist, fahren
wir auf der falschen Strasse und pedallieren auf die nahe Grenze des
Kongos zu. Wir bemerken dann aber unser Missgeschick und kehren um,
bevor wir zu Schrumpfköpfen verarbeitet werden. :-)
Mit zwei Fuehrern und drei bewaffneten Rangern, welche für unser
Sicherheit sorgen sollen, geht’s am nächsten Morgen los.
Die Fuehrer erklären uns die Geschichte des Parks und verschiedene
Heilpflanzen (eine davon wird angewendet um einem Schwerstbesoffenen
das Sprechen wieder zu ermöglichen?!). Die Bambuswälder der
Virunga Vulkane sind einer der letzten Lebensräume für Berggorillas.
Die Wanderung ist sehr interessant und verläuft weitgehend problemlos.
Nur als plötzlich ein Soldat in anderer Uniform auf dem Weg vor
uns auftaucht, weis für ein paar Sekunden niemand genau was abgeht.
Die Sache klärt sich dann aber schnell auf: es handelt sich um
eine rwandische Patrouille (fuer den Schutz des NP betreiben Uganda,
Rwanda und der Kongo job sharing…). Es kommt zu einem “shake
hands” mit cirka 20 bis zu den Zähnen bewaffneten Soldaten
- bonjour und ca va! Zum Schluss des Rundgangs wird es nochmals spannend,
als unsere Ranger plötzlich ausscheren um eine raschelnde Stelle
im Busch zu umkreisen. Es lässt sich dann aber ziemlich schnell
eine ängstliche Stimme vernehmen und es stellt sich heraus, dass
es sich beim vermeindlichen Wilderer um unseren Koch handelt, der gerade
Brennholz sammelt.
Uganda ist ein erstaunliches Land, denn meistens habe ich das Gefühl
mich in einem nicht afrikanischen Land zu befinden. Eines Abends zum
Beispiel fahren wir ein kleines bewaldetes Tal hinunter, welches sich
auch im französischen Jura hätte befinden können, nur
die vereinzelten Banenbäume waren ein wenig fehl am Platz. Am nächsten
Tag führt uns die Strasse durch sanfte Hügel mit saftigen,
kurzgefressenen Wiesen. Hecken unterteilen das Land in regelmässigen
Abständen und es findet sich sogar ein kurzer und feiner Sprühregen
ein, das tönt doch ganz nach England oder Irland, nicht? Mit dem
Süden des Landes verlassen wir die mir so vertraut erscheinenden
Gefilde. Wir erreichen das westliche Rift Valley und auf einen Schlag
befinden wir uns wieder im klassischen Afrika; weite Flächen mit
wiegendem Gras und Schirmakazien. Heute überqueren wir mit unseren
Rädern den Aequator, ein Schild weist uns darauf hin. Wir machen
ein paar Erinnerungsfotos und wollen darauf anstossen, doch die Leute
im nächsten Kaff leben auf trockenem Fuss, so dass wir uns mit
einer Cola begnügen müssen. Wir holen‘s am Abend nach…
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