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Im Osten von Uganda, an der Grenze zum Kongo, erhebt sich das Rwenzori
Gebirge, die Mondberge. Die ersten Entdecker vermuteten, dass sich irgendwo
in diesen Bergen die Quelle des weissen Nils befindet. Zwischen 1996
und 2001 musste der Nationalpark, welcher grosse Teile der Rwenzoris
unter Schutz stellt, infolge des Bürgerkrieges im Kongo geschlossen
werden. Seither ist der Park aber wieder offen und bietet den Besuchern
die Möglichkeit eine einzigartige Bergfauna zu entdecken. Der Beamte
der Parkverwaltung erleichtert uns um zehn Hundert Dollar Scheine und
am nächsten Morgen kann es losgehen. Zusammen mit einem Fuehrer,
zwei Rangern und neun Traegern machen wir uns auf, den siebentägigen
Circuit Trail zu begehen. Am ersten Tag wandern wir durch gemässigte
Regenwälder, sehen blühende Sträucher und Farne. Schnell
gewinnen wir an Höhe und können wie durch die verschiedenen
Räume einer Austellung, hier sind es Wälder in verschiedenen
Vegetationszonen wandern. Zuerst geht‘s gemächlich durch
Bambuswälder um wenig später den Anfang eines wunderbaren
Nebelwaldes zu erleben. Die Bäume hier sind von der ewigen Feuchtigkeit
mit üppigen Moospolstern und Bartflechten geschmückt, die
verschiedenen farbenfrohen Kolibris und anderen Vogelarten ideale Lebensräume
bieten. Die Wälder werden dichter und düsterer, der Weg fuehrt
zeitweise durch einen Pflanzentunnel. Die Bäume sind unter einem
Netz aus Moos, Lianen und Flechten kaum noch zu erkennen und es scheint,
als würden sie bald vom Erdboden verschluckt werden. Ich rutsche
und stolpere über glitschige Steine und Wurzeln und geniesse dennoch
die gespenstischen Formen und Gestalten in diesem Märchenwald.
Weiter oben führt uns der Weg durch sumpfige Moore und ich beginne
die verschiedenen Kommentare über das Trekking zu verstehen, so
zum Beispiel, dass Jesus hier gelernt haben soll über Wasser zu
gehen. Ich bin das erste Mal richtig froh, dass ich Gummistiefel trage.
Die mit gigantischen Lobelien bewachsenen Moore sehen im Nebel aus wie
Landschaftten aus einer längst vergangenen Zeit und ich muss acht
geben, dass ich vor lauter herumschauen nicht in jedes einzelne Sumpfloch
trete. Die nächste Berghütte befindet sich bereits auf 4000m,
wir sind nach dem langen Regen klitschnass und frieren uns auch prompt
den ganzen Nachmittag lang den Arsch ab. Die Nacht verspricht noch kälter
zu werden…
Am naechsten Tag schraubt sich der Weg weiter in die Höhe. Auf
dem Scott Eliot Pass setzt ein leichter Eisregen ein und wir beeilen
uns mit dem Abstieg. Die naechste Huette liegt an einem malerischen
Bergsee und trotz des eiskalten Wassers wage ich ein Bäd und versinke
natürlich prompt rumpftief im Schlamm, eigentlich haette ich es
wissen müssen… Unser Pfad führt uns erneut über
einen Pass und die Natur empfängt uns hier mit einem, in verschiedenen
Grüntönen leuchtenden Moosteppich. Danach folgt ein langer
und nasser Abstieg. Der Weg besteht aus verschiedenen Bachläufen
und Sümpfen. Von den mächtigen Felswänden stürzen
Wasserfälle, Nebelschwaden ziehen vorbei und geben von Zeit zu
Zeit den Blick auf schroffe Gipfeltürme frei. Mit dem sechsten
Tag schliessen wir den Circuit und der Rwenzori verabschiedet sich von
uns wie es sich gehoert: mit einem sintflutartigen Regen schwemmt er
uns wortwoertlich zurück ins Tal
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