In den Mondbergen
Uganda November 03

Stefan Schilli


home > berichte > 21. 12. 2003 - 3
 

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Im Osten von Uganda, an der Grenze zum Kongo, erhebt sich das Rwenzori Gebirge, die Mondberge. Die ersten Entdecker vermuteten, dass sich irgendwo in diesen Bergen die Quelle des weissen Nils befindet. Zwischen 1996 und 2001 musste der Nationalpark, welcher grosse Teile der Rwenzoris unter Schutz stellt, infolge des Bürgerkrieges im Kongo geschlossen werden. Seither ist der Park aber wieder offen und bietet den Besuchern die Möglichkeit eine einzigartige Bergfauna zu entdecken. Der Beamte der Parkverwaltung erleichtert uns um zehn Hundert Dollar Scheine und am nächsten Morgen kann es losgehen. Zusammen mit einem Fuehrer, zwei Rangern und neun Traegern machen wir uns auf, den siebentägigen Circuit Trail zu begehen. Am ersten Tag wandern wir durch gemässigte Regenwälder, sehen blühende Sträucher und Farne. Schnell gewinnen wir an Höhe und können wie durch die verschiedenen Räume einer Austellung, hier sind es Wälder in verschiedenen Vegetationszonen wandern. Zuerst geht‘s gemächlich durch Bambuswälder um wenig später den Anfang eines wunderbaren Nebelwaldes zu erleben. Die Bäume hier sind von der ewigen Feuchtigkeit mit üppigen Moospolstern und Bartflechten geschmückt, die verschiedenen farbenfrohen Kolibris und anderen Vogelarten ideale Lebensräume bieten. Die Wälder werden dichter und düsterer, der Weg fuehrt zeitweise durch einen Pflanzentunnel. Die Bäume sind unter einem Netz aus Moos, Lianen und Flechten kaum noch zu erkennen und es scheint, als würden sie bald vom Erdboden verschluckt werden. Ich rutsche und stolpere über glitschige Steine und Wurzeln und geniesse dennoch die gespenstischen Formen und Gestalten in diesem Märchenwald.

Weiter oben führt uns der Weg durch sumpfige Moore und ich beginne die verschiedenen Kommentare über das Trekking zu verstehen, so zum Beispiel, dass Jesus hier gelernt haben soll über Wasser zu gehen. Ich bin das erste Mal richtig froh, dass ich Gummistiefel trage. Die mit gigantischen Lobelien bewachsenen Moore sehen im Nebel aus wie Landschaftten aus einer längst vergangenen Zeit und ich muss acht geben, dass ich vor lauter herumschauen nicht in jedes einzelne Sumpfloch trete. Die nächste Berghütte befindet sich bereits auf 4000m, wir sind nach dem langen Regen klitschnass und frieren uns auch prompt den ganzen Nachmittag lang den Arsch ab. Die Nacht verspricht noch kälter zu werden…
Am naechsten Tag schraubt sich der Weg weiter in die Höhe. Auf dem Scott Eliot Pass setzt ein leichter Eisregen ein und wir beeilen uns mit dem Abstieg. Die naechste Huette liegt an einem malerischen Bergsee und trotz des eiskalten Wassers wage ich ein Bäd und versinke natürlich prompt rumpftief im Schlamm, eigentlich haette ich es wissen müssen… Unser Pfad führt uns erneut über einen Pass und die Natur empfängt uns hier mit einem, in verschiedenen Grüntönen leuchtenden Moosteppich. Danach folgt ein langer und nasser Abstieg. Der Weg besteht aus verschiedenen Bachläufen und Sümpfen. Von den mächtigen Felswänden stürzen Wasserfälle, Nebelschwaden ziehen vorbei und geben von Zeit zu Zeit den Blick auf schroffe Gipfeltürme frei. Mit dem sechsten Tag schliessen wir den Circuit und der Rwenzori verabschiedet sich von uns wie es sich gehoert: mit einem sintflutartigen Regen schwemmt er uns wortwoertlich zurück ins Tal

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22. Dezember 2003 - og