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Auf dem Weg von den Rwenzoris in die Hauptstadt Kampala machen wir eines
schönen Tages einen Halt in einem kleinen Restaurant um uns mit
einer Mahlzeit zu staerken. Ironie des Schicksals, der Name des Restaurants
ist Friendship. Wir werden äusserst freundlich und zuvorkommend
bedient und verlassen glücklich und zufrieden die Gebäulichkeiten.
Nach cirka drei Minuten bemerke ich, dass dümmlicherweise meine
Brieftasche im Friendship Restaurant zurückgeblieben ist. Mit einem
komischen Gefühl fahre ich zurück… Der Besitzer streitet
alles ab, als Zeugin führt er seine Schwester auf. Ich entleere
den Inhalt meiner Fahrradtaschen demonstrativ auf den Boden, um zu beweisen
dass ich die Brieftasche nicht eingesteckt habe. Binnen Sekunden versammelt
sich eine Menge von cirka 50 Schaulustigen, welche per Zufull gerade
nichts bessers zu haben, als mir zuzuschauen. Ich verlange nach der
Polizei. Wir gehen auf den Posten, ein halbdunkler Raum, es liegen Knüppel
und Gürtel rum. Die Schwester des Besitzers wird rausgeschickt
und es kommt zu einem Aufklärungsversuch. Dem Besitzer wird mit
der Zelle gedroht, doch die ganze Sache wirkt wie ein schlecht gespieltes
Theater. Vermutlich sind Besitzer und Polizist miteinander verwandt
und wissen schon wie sie den Betrag aufteilen werden. Wir lassen eine
Adresse zurück für den Fall, dass vielleicht noch die Dokumente
auftauchen werden. Man weiss ja nie, es gibt ja schliesslich auch Diebe
mit Charakter.
Dieser Zwischenfall nervt mich nur kurz, denn bis jetzt hatten wir noch
nichts dergleichen zu beklagen. Du wirst vielleicht jeden Tag ein paar
mal über den Tisch gezogen, aber erstens handelt es sich nur um
kleine Beträge und zweitens merkst du das ja meistens gar nicht.
Die Leute sind sehr freundlich, nur selten aufdringlich. Wir beantworten
tausend mal pro Tag das woher und wohin und bekräftigen auf Anfrage,
dass auch wir hungerig sind und unser Geld selber brauchen. In Afrika
leben viele Menschen, ein Grossteil davon sind Kinder und mindestens
der hälfte habe ich schon einmal zugewunken. Wenn wir etwas zum
Schlafen suchen, findet sich immer jemand der hilft. Wenn es bei ihm
nicht geht, werden wir zum Dorfchef gebracht und der weist uns dann
ein Plätzchen zu, zum Beispiel neben der Schule oder der Kirche
. Dabei nehmen sich die Leute unglaublich viel Zeit. Ohne diese bedingungslose
Unterstützung von vielen Afrikanern wäre unsere Reise nicht
durchzuführen.
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