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In Maralal, Nordkenya Andreas Kunz home > berichte > 18. 02. 2004 - 3 |
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Maralal, das sind staubige Strassen, improvisierte Verkaufslaeden deren Produkteauswahl auf die Mauern gepinselt wurde, ein kleiner Markt, Tankstellen, schmudelige Bars und billige Hotels. Auf den Strassen stehen Kuehe - muhend. Fruchtverkaeufer schieben ihre Schubkarren durch den tiefen Sand und aus dem „New Action Cinema“ ertoenen Explosionen und Gewehrgeknatter von Rambo II, dazwischen das „Ahh“ und „Ohh“ der entzueckten Zuschauer. Ein buntes „Stelldichein“ herrscht in den Strassen. Es mischen sich die Menschen von verschiedenen Staemmen: Samburus, Turkanas, Pokots, Kikujus, El Molos (in Kenya gibt es 53 Staemme). Samburus dominieren aber deutlich die Szene. Grosse schlanke Maenner gehuellt in rot-karrierte Tuecher. Jeder traegt ein Kurzschwert, einen eisenbeschlagenen reichverzierten Knueppel und eine hoelzerne Kopfstuetze mit sich herum. Ihre Ohren sind gepierct, bei manchen haengen die Ohrenlaepchen fast bis auf die Schultern. Die Frauen sind reich und farbig geschmueckt: Arm- und Beinspangen sowie Halskrausen und Ohrenringe, die Koepfe halb rasiert, die restlichen Haare geflochten. Entlang der Strasse sitzend verkaufen sie Kraeuter, Holz, Tinkturen und Puelverchen sowie den traditionellen Schmuck. All die Menschen mit den verschiedensten kulturellen Hintergruenden sprechen, handeln und lachen zusammen in den Strassen. Jeder ist echt, hat seine Berechtigung hier. Der Teenie mit den XL-„Wuh Tan Clan“-Jeans sowie der mit Federn und Kunstoffblumen geschmueckte Morankrieger. Kein Mensch scherrt sich hier um Aussehen, Kleidung, Herkunft oder Religion. Man arangiert sich und fuehrt ein friedliches Zuammenleben. Zischtig hat sich bei meiner Ankunft bereits mit Rahim, einem Pakistani, angefreundet. Wir sind in seinem Haus zu jeder Tag- und Nachtzeit herzlich wilkommen. Rahim wird uns bei der weiteren Reise eine wichtige Hilfe sein. Reisen im noerdlichen Kenya und im Grenzgebiet von Suedaethiopien ist nicht allzu einfach. Die Strassen sind sehr schlecht, Rinderdiebe und Banditen treiben ihr Unwesen und die Distanzen zwischen den Doerfern sind gross, dazwischen kein Wasser, keine Menschen, nichts. Nur Busch und weiter im Norden die Chalbi Wueste. Mit Rahim besprechen wir die moeglichen Routen, lassen uns ueber Wasserversorgung, Distanzen, Pistenverhaeltnisse und gefaehrliche Strecken-abschnitte informieren. Rahims Freunde bei der Polizei schlagen uns vor, dass wir uns mit Funk von den zwei Polizeistationen entlang unserer Route rueckmelden. Mit all diesen Informationen entschliessen wir uns entlang dem Turkana See nach Aethiopien zu fahren. 800 km uebelste Pisten mit hohen Temperaturen liegen vor uns... |