Lust und Frust oder „isn’t it ironic“
(Sibiloi Nationalpark, Kenya Januar 2004)

Stefan Schilli


home > berichte > 19. 02. 2004 - 4
 

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Sibiloi NP am Ostufer des Turkana Sees, ein harter Tag liegt vor uns. „Yes, yes, there are a lot of lions, but our lions, they are not dangerous!“, versichert uns ein Ranger am Gate des Nationalparks. Nun gut! Es ist einer dieser Tage... Ich fuehle mich schon am Morgen schlapp, zuhause waere ich gar nicht aufgestanden. Die Strasse ist hart, viel Sand und Steine, oft ist schieben angesagt. Die Sonne brennt und das einzige Wasser weit und breit befindet sich an unseren Raedern, je ueber 10 Liter. Mr. Andy versucht mich mit der Vorstellung zu motivieren, dass es am Abend im Camp des Parks jede Menge Bier und leckere Mahlzeiten gaebe, am Morgen vielleicht sogar Pancakes. Es braucht gar nicht viel und bald wandern mir anregende Bilder verschiedenster Annehmlichkeiten durch den Kopf.

Obschon die Strecke sehr schwer ist, bewaeltige ich sie ohne groessere Einbrueche und kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir unser Ziel, zumindest fast. Zunaechst einmal stehen wir vor einem zweideutigen Wegweiser, aber „to the Camp“ toent eigentlich logisch. Nach einer weiteren Viertelstunde stehen wir auf einer Art Platz, wo leider nur ein leidiges Blumsklo-Huettchen darauf hindeutet, dass wir uns auf dem Camping befinden. Doch wo verdammt ist das Bier? Mir steigt Wut und Frust in den Kopf und vedraengt dabei die angenehmen, befluegelnden Gedanken. Die Beine werden schwer, ich fuehle mich so muede. Der Platz ist nicht schlechter als der letzte, doch mit meiner entrueckten Vorstellung nicht in Einklang zu bringen.

Nach ein paar klagenden Fluch-Tiraden fange ich mich wieder, es hilft alles nichts. Mittlerweilen ist es zu spaet geworden, um nach dem richtigen Camp zu suchen, denn in der Daemmerung sind die Loewen vielleicht nicht mehr so cool drauf. Klappe halten und runterschlucken. Am Abend gibt es ein nettes Lagerfeuer und na was schon? Reis! Die Ironie der Geschichte zeigt sich erst am naechsten Morgen. 500 Meter weiter vorne haetten wir das Camp sehen koennen!

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21. Februar 2004 - og