Do you believe in God?
(Addis Abeba – Debre Libanos, Aethiopien im Februar 2004 )

Andreas Kunz


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Nach 10 Tagen Ruhepause muss ich raus aus Addis. Ich habe genug von dieser Stadt, von den vielen Autos und der grauen Betonwelt. Zischtig bleibt noch einige Tage um seine Lungenentzuendung vollends zu kurieren. So verabreden wir uns in Bahir Dar. Die Strasse fuehrt weiter uebers aethiopische Hochland nach Nordosten. Weite Grasebenen breiten sich aus, goldgelbes Gras wiegt sanft im Wind, es weiden viele Pferde und Kuehe, Schafe und Ziegen. Auf den Feldern ernten die Bauern Tef. Es herrscht ein froehliches, emsiges Treiben. Land-maschinen gibt es keine, alles wird von Hand und mit der Zughilfe von Ochsen oder Pferden gemacht. Die Leute sind hier freundlich, lachen und winken mir zu. Es macht richtig Spass uebers Land zu fahren.
Bei der grossen orthodoxen Kirche von Debre Libanos mache ich Pause. Das taegliche Leben in Aethiopien ist eng an den Glauben gebunden. Die Kirche nimmt eine hohe Stellung ein, Priester und Moenche werden von den Leuten respektvoll behandelt. Die Messen werden mehrmals taeglich gelesen, oft sind die Kirchen gut besetzt oder voll. Auch Junge in meinem Alter gehen taeglich zur Messe, Glaubensfragen sind gaengige Gespraechsthemen. Oft werde ich gefragt, welcher Religion ich angehoere und ob ich regelmaessig zur Kirche gehe. Ueber meine religioesen Ansichten ist der eine oder andere Aethiopier ein wenig bestuertzt, entsprechen sie doch nicht gerade ihren Idealvorstellungen. Die Gespraeche sind aber sehr anregend, bringen sie mich doch dazu ueber meine persoenliche Einstellung zum christlichen Glauben und der Kirche nachzudenken.

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11. April 2004 - og