Schon wieder alleine
(Bahir Dar – Khartum, Nordaethiopien & Sudan im Maerz 2004 )

Andreas Kunz


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So trennen sich unsere Wege schon wieder, obwohl wir uns erst vor drei Tagen getroffen haben. Ich muss Aethiopien verlassen, mein Visa laeuft in vier Tagen aus und bis zur sudanesischen Grenze ist es noch ein langer Weg. Schade, ich waere lieber mit Zischtig weitergefahren. Von Gondar fahre ich was die Beine hergeben aus Aethiopien raus. Diese letzen drei Tage sind die schoensten von den ganzen sechs Wochen in diesem Land. Die Menschen hier sind freundlich, die Berglandschaft ist wunderschoen und die Piste in einem guten Zustand. So macht Fahrradfahren Spass – auch in Aethiopien!
An der sudanesischen Grenze haut es mich wortwoertlich vom Sattel. Es ist so heiss, dass an einen Schritt in der Sonne nicht zu denken ist, von radfahren ganz zuschwiegen. Ich bleibe am Schatten sitzen und trinke Tee bis in die kuehleren Abendstunden. Auf dem aethiopischen Hochland wird es nicht so heiss, abends kommen kalte Winde auf. Anders ist es im sudanesischen Tiefland, die Temperaturen erreichen mittags ueber 40 Grad und kuehlen sich gegen abend nur langsam ab.
Um der stark befahrenen Strasse nach Karthum auszuweichen, folge ich von Gedaref der stillgelegten Bahnlinie nach Sennar. Fuer drei Tage ist das Schienenpaar mein einziger Bezugspunkt in der weiten sonnenversengten Ebene. Ich bin alleine, alle 50 km kommen die Ruinen der alten Bahnhoefe. Die Ruhe und das Alleinsein erscheint mir nach dem anstrengenden Umgebensein in Aethiopien paradiesisch. Weniger paradiesisch sind die stinkenden Lastwagen, die moerderisch fahrenden Busse und der starke Gegenwind auf den letzten 300 km Asphaltstrasse nach Khartum.

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11. April 2004 - og