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So trennen sich unsere Wege schon wieder, obwohl wir uns erst vor drei
Tagen getroffen haben. Ich muss Aethiopien verlassen, mein Visa laeuft
in vier Tagen aus und bis zur sudanesischen Grenze ist es noch ein langer
Weg. Schade, ich waere lieber mit Zischtig weitergefahren. Von Gondar
fahre ich was die Beine hergeben aus Aethiopien raus. Diese letzen drei
Tage sind die schoensten von den ganzen sechs Wochen in diesem Land.
Die Menschen hier sind freundlich, die Berglandschaft ist wunderschoen
und die Piste in einem guten Zustand. So macht Fahrradfahren Spass –
auch in Aethiopien!
An der sudanesischen Grenze haut es mich wortwoertlich vom Sattel. Es
ist so heiss, dass an einen Schritt in der Sonne nicht zu denken ist,
von radfahren ganz zuschwiegen. Ich bleibe am Schatten sitzen und trinke
Tee bis in die kuehleren Abendstunden. Auf dem aethiopischen Hochland
wird es nicht so heiss, abends kommen kalte Winde auf. Anders ist es
im sudanesischen Tiefland, die Temperaturen erreichen mittags ueber
40 Grad und kuehlen sich gegen abend nur langsam ab.
Um der stark befahrenen Strasse nach Karthum auszuweichen, folge ich
von Gedaref der stillgelegten Bahnlinie nach Sennar. Fuer drei Tage
ist das Schienenpaar mein einziger Bezugspunkt in der weiten sonnenversengten
Ebene. Ich bin alleine, alle 50 km kommen die Ruinen der alten Bahnhoefe.
Die Ruhe und das Alleinsein erscheint mir nach dem anstrengenden Umgebensein
in Aethiopien paradiesisch. Weniger paradiesisch sind die stinkenden
Lastwagen, die moerderisch fahrenden Busse und der starke Gegenwind
auf den letzten 300 km Asphaltstrasse nach Khartum.
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