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Nach zwei gemuetlichen Tagen in Wadi Halfa, wo man ausser Tee trinken
und Daeumchen drehen nicht viel machen kann, bringt uns die Faehre nach
Aswan in Aegypten. Und hier ist die Hoelle los! Es sind Osterferien
in Europa und so hat es tausende von Touristen, welche zu Fuss oder
auf Kutschen durch die Gassen stroemen. Ich bin mir Touristen gar nicht
mehr gewoehnt, denn in den letzten Monaten haben wir fast nur noch Reisende
getroffen. Den Unterschied zwischen Tourist und Reisendem sehe ich im
Fakt, dass ein Reisender auch ohne touristische Einrichtungen auskommt,
es sogar schaetzt, die Dinge selbst zu organisieren und sich mit dem
begnuegt, was auch den Einheimischen zur Verfuegung steht. Der Tourist
hingegen moechte moeglichst denselben Komfort wie zuhause, nur ein wenig
billiger. Die Aegypter haben laengst bemerkt, dass „ein wenig
billiger“ immer noch viel mehr Kohle als normal bedeutet und so
werden hier Tag fuer Tag Phantasiepreise verlangt und bezahlt, was fuer
uns viel Verhandlungsarbeit bedeutet, zum Teil aber nur Nerven kostet.
Aber es ist natuerlich geil wiedereinmal ein wirklich kaltes Bier und
ein saftiges Steak geniessen zu koennen, Touristen sei Dank!
Es ist sehr interessant, bei einer gemuetlichen Sheesha (Wasserpfeiffe)
den Unmengen von Touristen zuzuschauen um sich mental schon einmal auf
Europa vorzubereiten. Aegypten hat tausende von Polizisten im ganzen
Land verteilt, welche den Touristen die Illusion von totaler Sicherheit
vermitteln sollen. Fuer uns als Radler ist das ziemlich muehsam, denn
es herrscht Konvoiplicht und so muessen wir versuchen, alle die Checkpoints
zu umfahren. Von Aswan gehts dem Westufer entlang Richtung Luxor. Wir
sind wieder alleine, also Reisende und fahren durch leuchtend gruene
und herrlich duftende Felder – in das ruhige Leben hier vermag
die Hektik der Stadt nicht einzudringen. Am zweiten Tag schaffen wir
es nicht mehr bis Luxor. Direkt am Ufer des Nils schlagen wir unser
Zelt auf. Leider bekommt die Polizei Wind davon und so verbringen wir
den Rest der Nacht auf der Polizeistation. Am naechsten Tag bekommen
wir Polizeischutz; ein Minitaxi mit einem Bullen als einzigem Passagier,
begleitet uns fuer die letzten zwanzig Kilometer. Mit der superlaut
Hupe verscheuchen sie schwangere Frauen und andere Radfahrer sowie Hunde
und Huehner und leider auch die Freude am Reisen.
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