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In Luxor wimmelt es von Touristen und Polizisten. Seit dem Anschlag
im Hatshepsut-Tempel vor sechs Jahren versucht die Tourismusbehoerde
mit tausenden von Polizisten, alle schwerbewaffnet, den Touristen Sicherheit
vorzuspielen. An jeder Ecke sieht man die Jungs. Meist stuetzen sie
sich halb schlafend auf ihre Maschinenpistolen oder sie schauen und
pfeiffen den knappbekleideten europaeischen Touristinnen nach. Ob sich
mit all diesen arbeitseiferigen Polizisten ein weiterer Anschlag verhindern
laesst? Ich habe da meine Zweifel. Nach der Nacht auf dem Polizeiposten
und der Eskorte nach Luxor hinein, fuehle ich mich trotz immensem Polizeiaufgebot
keinen Deut sicherer. Vielmehr schraenkt die Polizei meine Freihheiten
ein und ich komme mir total kontrolliert und beobachtet vor. Luxor war
in pharaonischen Zeiten ein wichtiger Ort. Fast jeder Pharao liess sich
hier einen Tempel oder Grab bauen oder brachte unvollendete Arbeiten
seiner Vorgaenger zu Ende. Noch heute, nach 3000 Jahr en, wirken die
riesigen Tempelanlagen mit ungeheurer Ausstrahlung auf die Betrachter.
Wie muss das erst in pharaonischen Zeiten gewirkt haben, als die Tempel
neu und bemalt gewesen waren?
Wir entscheiden uns, von Luxor auf der Wuestenstrasse durch die Oasen
des "New Valley" nach Kairo zu fahren. Nur so koennen wir
den muehsamen Polizeikontrollen und Eskorten entfliehen. Ich haben nach
Luxor null Bock darauf, jeden Meter von Polizisten begleitet zu werden
und um Erlaubnis fragen zu muessen, wenn ich mal muss. Aegypten macht
das grosse Geld mit Massentourismus, an Idividualreisenden wie Radfahrern
sind sie nicht interessiert. So sind die 300 Km Strasse vom Niltal in
die erste Oase fuer uns gesperrt. Wir stossen unsere Velos ueber Felder
und Bewaesserungsgraeben und umgehen so den Kontrollposten einfach,
um ohne Probleme und Diskussionen mit den Ordnungshuetern auf die gewuenschte
Strasse zu kommen. Der Plan geht auf, einmal auf der Wuestenstrasse
interessiert es niemanden mehr, was wir hier machen. Um so erstaunter
schauen uns die Polizisten beim Kontrollposten am Ende des gesperrten
Streckenabschnittes an. "Where are you coming from?", fragen
sie uns verdutzt. Sie erhoffen sich wohl eine Erklareung, warum wir
ueberhaupt auf dieser Strasse fahren. "We are from Switzerland",
lenken wir ab und gehen gleich zum Angriff ueber; wie schoen Aegypten
doch sei und wie hungerig und durstig wir nach 3 Tagen Wueste sind.
Die Polizisten geben sich mit der Antwort zufrieden, sie gehoeren wohl
nicht zu den eiferigsten. Tia, wer nicht so streng arbeitet hat Zeit
fuer anderes. Und so servieren sie uns Tee, Ful aus der Buechse und
frisches Brot. Waehrend diesem kurzen Rast ist die Polizei fuer einmal
Freund und Helfer.
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