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Auf unserem Weg durch die "Western Dessert" liegen einige
Oasen. Unter Oasen stellte ich mir eher kleine Doerfchen mit Palmgaerten
vor und war einmal mehr ueberrascht wie sehr sich die Realitaet von
meinen Reisevortsellungen unterscheidet. El Kharga ist eine Grossstadt
und scheint im Zuge von ueberstuertzter Modernisierung allen Charme
einer Oasenstadt verloren zu haben. Neue Blocksiedlungen ziehen sich
entlang der Strassen, dazwischen die baufaelligen, alten Lehmhaeuser.
Ueberall Abfall, es stinkt nach Abwasser und verbrantem Muell. Ein riesiges
Plakat erinnert die Bewohener an die (vielleicht einstige) Schoenheit
ihrer Stadt: El Kharga - a clean and beautyful city!
Nach diesem ersten, enttaeuschenden Eindruck von den Oasen, aendere
ich in den Dakhla Oasen meine Meinung. Die kleinen Palmgaerten und Felder
sind paradiesisch, ueberall gurgelt das Wasser in den Bewaesserungsgraeben.
In einer der vielen heissen Quellen waschen wir uns den Staub vom Leibe.
Es ist das beste Bad seit langem. Wir liegen in einem natuerlichen Becken,
unter uns blubert und sprudelt das Wasser aus der Erde, ueber uns faerbt
die untergehende Sonne die Dattelpalmen in rot-oranges Licht. In den
kleinen Oasendoerfchen geht das Leben einen eigenen, bedaechtigen Lauf.
Vom hektischen Touribusiness ist hier nicht viel zu spueren. Die Bewohner
stammen von Beduinenfamilien, die seit jeher in der Wueste und den Oasen
leben. Diese Menschen begegnen mir anders als die Aegypter im Niltal.
Sie interessieren sich fuer meine Person, nicht fuer mein Geld. Es kommt
wieder zu den spontanen Gespraechen am Strassenrand ueber Gott und die
Welt, man laedt uns zum Tee ein. Dabei kommt immer wieder der Krieg
im Irak zur Sprache. Die Aegypter verurteilen die Pruegelpolitik von
Bush und Blaire aufs Schaerfste. Auch Israel gegenueber bekunden sie
grosse Ablehnung. Viele denken, der 11. September sei vom Mossat geplant
und durchgefuehrt worden um Amerika einen Grund zur Hetzjagd gegen den
islamischen Terrorismus zu geben. Wir werden immer mit Respekt und Hoefflichkeit
behandelt. Nie kaeme es einem hitzig diskutierenden Aegypter in den
Sinn, uns mit Amerika in den gleichen Topf zu werfen. Vielmehr bekunden
diese Menschen ihre Wut und Trauer ueber den Verlauf der Konflikte in
Israel und Irak.
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