Weisse Wueste, schwarze Wueste - schoene Wueste
(Farafra - Bahareya, Aegypten im April 2004)

Andreas Kunz


home > berichte > 07. 05. 2004 - 4
 

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Landschaftsformen und Farben unterliegen in der Wueste einer stetigen Veraenderung. Eine weite, hitzeflimmernde Steinebene ohne einen Schatten so weit das Auge reicht wirkt im harten Mittagslicht trostlos und feindselig, ja toedlich. Erst im Licht der Abendsonne kommen die Farbe und Formen der Steine zur Geltung, die gleiche Landschaft strahlt eine faszinierende Schoenheit aus. Immer wieder kommt es vor, dass ich mich am blossen Anblick von Steinen, Sand und der klaren Linie des Horizonts kaum sattsehen kann. Es ist, als bringt die klare Ordnung der Landschaft auch Ordnung und Ruhe in meine Gedanken, in mein Inneres. Vorbei an den aeuessersten Duenen und Sandebenen des "Grossen Sandmeeres", der Sandwueste, welche sich fuer hunderte von Kilometern nach Lybien hinein erstreckt, erreichen wir die "Weisse Wueste" mit ihren skurilen weissen Felsen in Pilzform. Der stetige Wind hat sie in langer Arbeit aus den weicheren Kalksedimenten geschliffen. Wir packen unsere Sachen aus un d machen im Schatten des groessten Pilzes ein ausgiebiges Picknick. Noerdlich der "Weissen Wueste" folgt die "Schwarze Wueste". Ein weites Tal durchsetzt von vielen kleinen und groesseren Vulkankegeln. Schwarzes Vulkankies bedeckt den Boden und ueberzieht die Lanschaft mit einem schwarzen Mantel.

Der Wuestenwind "Chamsin", der in den Wintermonaten in Aegypten fuer Sandstuerme und Kopfschmerzen sorgt, macht auch uns einen Strich durch die Rechnung. Auf den letzten 300 Km nach Kairo blaest er so stark, dass wir kaum noch radeln koennen. Die Luft ist voll Staub und Sand, wir sehen keine zweihundert Meter mehr. Bei einem Polizeikontrollposten warten wir auf eine Mitfahrgelegenheit und schon bald rollt ein leerer 40-Toenner an. Da sollte es eigentlich genuegend Platz haben fuer uns und unsere zwei Velos. "Kein Problem!", meint der Chauffeur, Zischtig haut sich auf der Liege in der Fuehrerkabine aufs Ohr und schlaeft, waeherend ich mich an den angebotenen Datteln vergreiffe. Der Wind blaest und ruettelt beaengstigend stark an der Kabine. Unterwegs kommen wir an einen umgekippten Lastwagen vorbei, der Chauffeur hat bei einer starken Seitenboee die Kontrolle ueber den Laster verloren und kam ins Schleudern. Nun liegt er auf der Seite, die Ladung ueber die ganze Strasse verstreut.

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10. Mai 2004 - og