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Landschaftsformen und Farben unterliegen in der Wueste einer stetigen
Veraenderung. Eine weite, hitzeflimmernde Steinebene ohne einen Schatten
so weit das Auge reicht wirkt im harten Mittagslicht trostlos und feindselig,
ja toedlich. Erst im Licht der Abendsonne kommen die Farbe und Formen
der Steine zur Geltung, die gleiche Landschaft strahlt eine faszinierende
Schoenheit aus. Immer wieder kommt es vor, dass ich mich am blossen
Anblick von Steinen, Sand und der klaren Linie des Horizonts kaum sattsehen
kann. Es ist, als bringt die klare Ordnung der Landschaft auch Ordnung
und Ruhe in meine Gedanken, in mein Inneres. Vorbei an den aeuessersten
Duenen und Sandebenen des "Grossen Sandmeeres", der Sandwueste,
welche sich fuer hunderte von Kilometern nach Lybien hinein erstreckt,
erreichen wir die "Weisse Wueste" mit ihren skurilen weissen
Felsen in Pilzform. Der stetige Wind hat sie in langer Arbeit aus den
weicheren Kalksedimenten geschliffen. Wir packen unsere Sachen aus un
d machen im Schatten des groessten Pilzes ein ausgiebiges Picknick.
Noerdlich der "Weissen Wueste" folgt die "Schwarze Wueste".
Ein weites Tal durchsetzt von vielen kleinen und groesseren Vulkankegeln.
Schwarzes Vulkankies bedeckt den Boden und ueberzieht die Lanschaft
mit einem schwarzen Mantel.
Der Wuestenwind "Chamsin", der in den Wintermonaten in Aegypten
fuer Sandstuerme und Kopfschmerzen sorgt, macht auch uns einen Strich
durch die Rechnung. Auf den letzten 300 Km nach Kairo blaest er so stark,
dass wir kaum noch radeln koennen. Die Luft ist voll Staub und Sand,
wir sehen keine zweihundert Meter mehr. Bei einem Polizeikontrollposten
warten wir auf eine Mitfahrgelegenheit und schon bald rollt ein leerer
40-Toenner an. Da sollte es eigentlich genuegend Platz haben fuer uns
und unsere zwei Velos. "Kein Problem!", meint der Chauffeur,
Zischtig haut sich auf der Liege in der Fuehrerkabine aufs Ohr und schlaeft,
waeherend ich mich an den angebotenen Datteln vergreiffe. Der Wind blaest
und ruettelt beaengstigend stark an der Kabine. Unterwegs kommen wir
an einen umgekippten Lastwagen vorbei, der Chauffeur hat bei einer starken
Seitenboee die Kontrolle ueber den Laster verloren und kam ins Schleudern.
Nun liegt er auf der Seite, die Ladung ueber die ganze Strasse verstreut.
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