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Kurz vor Gizeh wecke ich Zischtig auf, sonst haette der olle Knabe unsere
Ankunft bei den Pyramiden glatt verpennt. Und schon sind wir da! Die
Pyramiden tauchen zwischen, Grand Hotel, Hilton und Moevenpick Hotel
aus dem Staubdunst auf. Wie oft habe ich mir die Ankunft hier in den
vergangenen Monaten vorgestellt? Das man die Pyramiden zwischen all
den Luxusbunkern kaum sehen wuerde, daran habe ich freilich nie gedacht.
Wir lassen uns dadurch den Spass nicht verderben und freuen uns, dass
wir es ohne groessere Probleme von Zimbawe nach Kairo geschafft haben.
Verreckt! Verreckt! Geeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeschaft!!!
13000 Km sind wir zusammen geradelt! Vor 10 Monaten sassen wir in Suedafrika
im Wimpis, tranken Milchkaffee und beobachteten die springenden Buckelwaale
im Indischen Ozean. Heute stehen wir unter den Pyramiden am anderen
Ende von Afrika. Ein gutes Gefuehl.
Schnell wollen wir ein Hotel suchen und dann unsere Ankuft in Kairo
feiern. Doch bald stellen wir fest, dass die Hotels in Gizeh unserem
gebeutelten Reisebudget mit einer Nacht den Rest geben wuerde. Uns bleibt
nichts anderes ueberig, als den Pyramiden den Ruecken zu kehren und
ins Stadtzentrum zu fahren. Dort sind die Hotels billig. Nun, das ist
leichter gesagt als geradelt. Kairo ist die groesste Stadt auf dem afrikanischen
Kontinent, 14 Milionen Menschen leben hier. Es scheint uns, als waeren
diese 14 Milionen Bewohner alle in ihren Autos auf der gleichen Strasse
unterwegs wie wir. Das Verkehrschaos uebersteigt alle humanen Vorstellungskraefte!
Mal fahren wir auf vierspurigen Strassen, dann wieder ueber Gehsteige,
wir draengeln uns vorbei an wartenden Autoschlangen, fahren Gegenverkehr,
bei Rotlicht ueber die Kreuzungen, fluchen und versuchen uns von den
Blechlawinen nicht unterkriegen zu lassen. Nach drei Stunden hartem
Kampf mit Einbahnen, verrueckten Taxifahrern, gna denlos vorpreschenden
Busfahrern, und allen anderen durchgeknallten Fahrzeuglenkern auf den
Strassen Kairos sind wir im Zentrum. Uns droehnen die Ohren vom staendigen
Gehupe. Im Dahab Hotel bekommen wir ein Zimmer auf der Dachterrasse,
erschoepft und muede fallen wir ins Bett. Das Feiern verschieben wir
auf morgen.
Die Tage vergehen schnell. Es gibt so viel zu sehen und zu unternehmen
in Kairo. Mit Peter, einem hollaendischen Radler und Sandra, der netten
Ethnologin aus Basel sind wir in guter Gesellschaft. Das eine ergibt
das andere, wir werden eingeladen, schauen uns Pyramiden und das alte
Kairo an, gehen an Konzerte und rauchen zwischendurch immer wieder eine
Wasserpfeiffe zusammen.
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