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An der Grenze gibts dieses Mal zum Glueck keine echten Probleme, der
eine Typ will zwar eine Bescheinigung fuer unsere Fahrraeder sehen,
aber diese Flausen treiben wir ihm schnell wieder aus. Haben uns noch
vor einer halben Stunde Abdullah und Vater entgegengelaechelt, so befinden
wir uns nun unter dem scharfen Blick vom jungen und alten Assad.
Es ist flacher geworden, seit wir Jordanien verlassen haben. Der rostrote
Boden sieht fruchtbar aus und mit Hilfe der Bewaesserung wird intensiv
Landwirtschaft betrieben. Weizen, Kartoffeln und sogar Hopfen scheinen
praechtig zu gedeihen. Die Feldarbeiterfamilien haben ihre Zelte direkt
an und in den Feldern aufgeschlagen, hier und dort steht ein Esel herum
und durchbricht die Stille mit seinem urtuemlichen Geschrei, oder ein
Hund nimmt uebermotiviert und laut klaeffend unsere Verfolgung auf,
gibt dann aber oft, von totaler Erschoepfung heimgesucht, nach wenigen
Metern wieder auf, sonst reicht ein vorgetaeuschter Griff zu einem Stein
meistens aus, um den Vierbeiner zur Vernunft zu bringen. Bei den Zelten
raucht ein Feuer vor sich hin, Frauen waschen Kleider oder Kinder und
die letzteren machen sich und die ersteren dann wieder schmutzig.
Was ins Auge sticht (oder eben nicht), kein einziges Werbeplakat fuer
Coca Cola oder Fanta ist zu sehen und das war selbst im tiefsten Afrika
nie der Fall. Die USA sind nicht der beste Freund Syriens und da macht
man hier keine halben Sachen – koste es was es wolle. Das ganze
geht so weit, dass wo immer moeglich, auf amerikanische Produkte verzichtet
wird und statt dessen Erzeugnisse aus dem Osten eingesetzt werden. Zusammen
mit dem kommunistisch angehauchten Stil der Staedte, den Paradestrassen
und Plaetzen, wirkt dass ganze irgendwie nicht so “up to date”,
aber es gefaellt mir gut und zeigt, wie stark unser Leben von der Werbeindustrie
und den grossen Marken beinflusst ist. Das einzige amerikanische, sind
die allmaechtigen Microsoft in den Internetcafes und zahlreiche alte,
protzige “Chevies”, meist zu Taxis umfunktioniert, die nun
stinkend durch die Strassen donnern und so doch noch einen “Hauch”
von der grossen Freiheit verbreiten.
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