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In Damas ergibt sich auf Grund einer allergischen Reaktion meiner Haut
wieder einmal ein laengerer Aufenthalt, und das ist mir ganz recht.
Die Stadt, vorallem mein Hotel und einige Plaetze in der Altstadt sind
sehr gemuetlich. Das Hotel, ein altes Herrenhaus mit einem wunderbaren,
nur mit Weinranken ueberdachten, Innenhof, laedt gerade so zum Lesen
und Verweilen ein, zudem ist es hier kuehl und herrlich ruhig.
Wenn man mal ein paar Tage an einem Ort bleibt, gewoehnt man sich an
gewisse Lokalitaeten und Ablaeufe und geniesst das Gefuehl, mit etwas
verdraut zu sein, das ist Unterwegs, wo oft nur ein Blick zu genuegen
hat, nicht der Fall. Hier habe ich mich an den morgendlichen Gang zu
Kemel gewoehnt, einem immer gutgelaunten Sudanesen, welcher eine Mini-Teestube
in der Naehe meines Hotels unterhaelt, welche aber vorallem als ein
Treffpunkt fuer seine Landsmaenner gilt, in einem solchen Fall hallen
die Gelaechter lustiger Diskussionen der Schwarzafrikaner durch die
ganze Gasse.
Bei Kemel gibts ein einfaches Fruehstueck: Fladenbrot, Marmelade und
Kaese, nach Wunsch ein gekochtes Ei und einen starken Nescafe und nach
zwei Tagen weis Kemel was ich will. Die paar Kleinigkeiten kauft er
dann seinerseits und je nach Auftrag gegenueber der Strasse, bei einem
anderen, nicht ganz so kleinen Shop ein und bereitet sie dann zu, im
kleinen Stil halt. Danach geniessen wir auf kleinen Hockern direkt am
Gassenrand das Morgenessen und kommentieren das Geschehen auf der Gasse
und andere, wichtigere Aktualitaeten, oder einfach nur das Wetter. Jeden
Morgen gibt ein alter Kassettenspieler Yusuf Islam alias Cat Stevens
zum Besten, ein bischen droehnen und ueberschlagen macht da gar nichts,
es gehoert einfach dazu. Wenn ich meinen zweiten oder dritten Kaffee
bestelle bekomme ich immer die gleiche Antwort: “Yes, why not?”
Ja, warum eigentlich nicht noch ein bischen sitzen bleiben.....
Auch sonst laesst es sich in Damas gut leben. Das Essen schmeckt und
ist billig, hier kriegt man die besten Shawerma (Doener mit Fladenbrot)
ueberhaupt und auch das Baklawa (in Honig getraenktes Blaetterteiggebaeck
mit Mandeln oder Pistazien) ist spitze. Selbst Bier findet sich in verschiedenen
Kneipen und Hotels der Stadt, vorallem aber im Christlichen Viertel.
Ich gehe sehr gerne in die Altstadt, welche hier den Namen auch wirklich
verdient - Damas zaehlt zu den aeltesten andauernd bewohnten Staedten
der Erde. Alles ist voller Leben, es wird gehandelt und geworben und
dann wieder bei einem Tee ausgeruht. Auf den Gassen werden speziell
ausgestattete Schubkarren herumgeschoben, hier werden Maiskolben gekocht
und wahlweise geroestet, dort am Rand , eher stationaer, wird frischer
Brombeersaft zubereitet und ein dritter verkauft das ganze Sortiment
an geroesteten Nuessen, Kichererbsen und Kernen, dann haben wir noch
den Wagen mit den Suessigkeiten und mittendrin, etwas verloren, ein
Typ, welcher ausgestopfte Raubvoegel an den Mann bringt, als Trophaee
fuer auf den TV.
Um auszuruhen, gehe ich gerne in die Omayad Moschee. Sie ist gigantisch
in ihrem Ausmass und auch sehr alt, in einem Schrein soll sich der Kopf
von Abraham “dem Taeufer” befinden. Es gibt einen riesigen,
polierten Innenhof (die Mauern und Tuerme der Moschee spiegeln sich
darin), welcher bei Islamischen Feiertagen auch zum Beten gebraucht
wird, dann versammeln sich 100'000 Glaeubige in der Moschee. An normalen
Tagen wird nur die Gebetshalle gebraucht, und die vielleicht hundert
Betenden verlieren sich in ihrer Dimension. So bleibt der Innenhof frei
fuer andere Aktivitaeten und viele Familien kommen nebst dem Gebet hierher,
um sich auszuruhen, ein wenig zu spatzieren und um einmal in Ruhe ein
Schwaetzchen zu halten, waehrenddem sich die Kinder austoben und einem
Ball oder einer Taube nachjagen.
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