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Etwas ist anders; nicht nur, dass ich ein weiteres Mal kein Wort mehr
verstehe, neben der Sprache ist auch das besondere arabische Flair verschwunden,
seit kurzem habe ich das Gefühl, zurück in Europa zu sein.
Die exotische Komponente, in Afrika so überwältigend allgegenwärtig,
hat sich durch den arabischen Raum fortgesetzt und droht nun zur europäischen
Norm zu verkommen. Hier ist noch nicht die Schweiz, doch macht sich
nun das Gefühl breit, dass die Reise zurück in den Alltag
begonnen hat. Unterwegs wundere ich mich oft, auf welch spezielle, zum
Teil recht witzige, aber meistens mit fast peinlicher logischen Einfachheit,
Arbeiten erledigt und Mittel zum Zweck verwendet werden. “Peinlich”,
weil selbst noch nie darauf gekommen. War dies in Afrika zu Beginn der
Reise fast jeden Augenblick der Fall, kommt es nun nur noch selten vor
und wenn ich mich über nichts mehr wirklich zu wundern brauche,
bin ich zuhause. So weit sind wir aber noch lange nicht, die Türkei
hat viel unbekanntes und interessantes zu bieten.
Was ich nicht erwartet hätte, ist die massive Militärpräsenz;
fast in jeder Ortschaft gibt es ein gesperrtes Militärgebiet oder
eine Kaserne, nur in Aegypten war das noch auffallender. Das Militär
hier macht dem Reisenden aber keine Probleme. Ueberhaupt sind die TürkInnen
sehr nett und hilfsbereit, ziemlich oft werde ich spontan mit einem
“Hallo, wie geht es?” empfangen, viele Männer haben
ein paar Jahre in Deutschland gearbeitet und sind dann mit gutem Geld
heimgekehrt. Aber das Lohne sich heute wegen der hohen Steuern nicht
mehr, erklärt man mir. Grinsend erwähnen sie, dass Deutsch
nicht ihre Stärke sei, für ein paar obszöne Ausdrücke
und ein “Nix verstehen” reicht es dann doch noch. Kulinarisch
finde ich die Türkei echt Spitze, auch wenn ich mich nicht gerade
vorbildlich ernähre. Zu gut sind Döner Kebab (Lammfleisch
Sandwich), Shish Tavuk (Hühnerspiesschen), Köfte (Fleischbälle),
Pide (Käse- oder Hackfleischpizza) und Co. Super praktisch finde
ich die Lokantas, kleine kantinenmässige Beizchen entlang der Strasse,
wo ein entkräfteter Biker eine zünftige, bodenständige
Gersten- oder Linsensuppe serviert kriegt.
Die Türken und ihr Auto, das ist nicht nur in der Schweiz eine
besondere Beziehung. Oft gewaschen, gepflegt und mit jedem Schnörkel
ausgestattet, man sieht und spürt die Zuneigung des Besitzers.
Oft sind auch Taxis oder gar Minibuse bis zum Anschlag getuned. Apropos
Fahrzeuge, der Traktor, mit der Aufschrift “Türk Traktör”,
war zwar nicht frisiert, grinsen musste ich aber trotzdem, diese vielen
Umlaute überall. Nun ratet mal wie man grüsst... Richtig:
Salaam aleiküm!
Die Türkei ist vorwiegend ein moslemisches Land, visuell zumindest
scheint das so. Fast jedes Dorf wird von einem Minaret überragt
und regelmässig vom Gesang des Muezzin erschüttert. Sehr viele
Frauen tragen ein Kopftuch, Männer hingegen nur selten einen Bart,
sie sind eher Schnauzträger. Dazu kommen nun neu die Symbole einer
westlichen Konsumgesellschaft: Werbung, Supermärkte, Mode, Lifestyle,
Popmusik usw. Der Mix aus diesen zwei Komponenten finde ich zum Teil
ein wenig schwierig, das eine nimmt des anderen Würze.
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